Vergiftungsrisiko
Was passiert bei einer Überdosierung von Paracetamol?
20.08.2026 – 16:22 UhrLesedauer: 2 Min.
In empfohlener Dosierung ist Paracetamol gut verträglich. Eine Überdosierung kann jedoch selbst bei Gesunden binnen kürzester Zeit lebensbedrohlich werden.
Paracetamol ist ein häufig gegen Schmerzen und Fieber eingesetzter Wirkstoff. Da entsprechende Mittel oft rezeptfrei erhältlich sind, mag ihre Einnahme relativ ungefährlich erscheinen. Wer zu viel davon schluckt, riskiert jedoch eine Vergiftung: Dann drohen schwere Leberschäden und im Extremfall ein lebensbedrohliches Leberversagen.
Schon gewusst?
In Europa sind Überdosierungen von Paracetamol die häufigste Ursache für akutes Leberversagen.
Wie kommt es zu einer Überdosierung?
Eine schwere Vergiftung durch eine einzige Überdosis Paracetamol entsteht für gewöhnlich absichtlich – etwa wenn sich Jugendliche gegenseitig über die sozialen Medien zum missbräuchlichen Konsum des Schmerzmittels animieren.
Häufig geschieht die Überdosierung aber auch unbeabsichtigt. Ein typischer Grund hierfür ist, dass Paracetamol in zahlreichen Kombinationspräparaten gegen Erkältungsbeschwerden steckt: Wer sich dessen nicht bewusst ist und solche Präparate zusammen mit Paracetamol-Tabletten einnimmt, kann so die empfohlene Tageshöchstdosis schnell überschreiten.
Daher ist es wichtig, immer die Packungsbeilage zu beachten, die empfohlenen Einzel- und Tagesdosen genau einzuhalten und paracetamolhaltige Präparate ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tage einzunehmen.
Wie viel Paracetamol ist zu viel?
Bei Kindern richtet sich die Dosierung von Paracetamol nach Körpergewicht und Alter. Für Erwachsene mit gesunder Leber liegt die übliche Einzeldosis bei 500 bis 1.000 Milligramm und die Tageshöchstdosis bei 4.000 Milligramm. Gesundheitliche Probleme können bereits ab einer Dosierung von etwa 7.000 Milligramm täglich auftreten. 10 Gramm an einem Tag – also das 2,5-Fache der Tageshöchstdosis – können ohne Behandlung tödlich sein.
Gut zu wissen
Unter bestimmten Umständen gelten für die Einnahme von Paracetamol deutlich niedrigere Grenzwerte: etwa bei regelmäßigem Alkoholkonsum und vorgeschädigter Leber sowie bei Einnahme mancher Arzneimittel, darunter Carbamazepin (ein Mittel gegen Epilepsie), Rifampicin (ein Antibiotikum) und Phenobarbital (das ebenfalls gegen Epilepsien, aber auch zur Narkosevorbereitung angewendet wird).
Wie zeigt sich eine Vergiftung durch Paracetamol?
Eine Vergiftung durch Paracetamol entwickelt sich meist schleichend. Manche Betroffene bleiben am ersten Tag völlig symptomfrei. Wenn Beschwerden auftreten, sind sie zunächst eher unauffällig: Möglich sind etwa Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch.
Am zweiten Tag der Vergiftung verbessern sich die Beschwerden mitunter wieder. Das ist aber kein Grund zur Entwarnung: Die Leber kann zu dem Zeitpunkt bereits dauerhaft geschädigt sein. Die Schäden nehmen in den folgenden Tagen zu und führen schließlich zum Leberversagen. Das kann unter anderem zu einer Gelbfärbung der Augen und der Haut (Gelbsucht) sowie zu Blutungen führen. Ohne Behandlung kann die Vergiftung tödlich enden.
Gut zu wissen
Dass zu viel Paracetamol die Leber schädigt, heißt aber nicht, dass der Wirkstoff bei Lebererkrankungen grundsätzlich verboten ist. In niedriger, (fach-)ärztlich festgelegter Dosis ist Paracetamol oft auch für Leberkranke gut verträglich.










