Impfstoff gegen Hautkrebs
Wert der Moderna-Aktie verdoppelt sich
Aktualisiert am 19.08.2026 – 17:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein neuartiger Hautkrebs-Impfstoff von Moderna hat in einer klinischen Studie seine Ziele erreicht. Die Aktie des Biotech-Konzerns verdoppelte sich daraufhin an der Wall Street im Wert.
Erfolgreiche Studiendaten zu einem neuartigen Hautkrebs-Impfstoff haben den Aktien der US-Biotechfirma Moderna am Mittwoch kräftigen Aufwind beschert. Eine für eine mögliche Zulassung entscheidende klinische Studie mit dem mRNA-Impfstoff Intismeran in Kombination mit der Krebsimmuntherapie Keytruda des Partners Merck & Co habe ihre Ziele erreicht, teilten die Unternehmen mit.
Der Wert der Moderna-Papiere verdoppelte sich im vorbörslichen Handel an der Wall Street und lag zuletzt 103 Prozent im Plus. Die Aktien von Merck & Co legten um 7,5 Prozent zu. Im Sog von Moderna griffen Anleger auch bei anderen Biotechfirmen zu: Die in den USA gelisteten Papiere der Mainzer BioNTech stiegen um 17,4 Prozent, Novavax gewannen 5,9 Prozent.
Immunsystem gezielt aktiviert
Intismeran von Moderna ist ein auf den jeweiligen Patienten zugeschnittener mRNA-Impfstoff. Dafür werden die genetischen Veränderungen im Tumor analysiert, um das Vakzin gezielt gegen die individuellen Krebsmerkmale auszurichten. Das Medikament Keytruda aktiviert zugleich das Immunsystem, damit es Krebszellen besser erkennen und angreifen kann. An der Studie nahmen 1.137 Patienten nach einer Operation wegen eines Melanoms, des sogenannten schwarzen Hautkrebses, teil.
Die Patienten waren an Tumoren im Stadium IIB bis IV erkrankt, die ein hohes Rückfallrisiko aufweisen oder sich bereits in andere Körperregionen ausgebreitet haben. Sie erhielten über ein Jahr entweder die Kombination aus Intismeran und Keytruda oder ausschließlich Keytruda.
Den Angaben von Moderna und Merck & Co zufolge senkt der personalisierte Krebsimpfstoff Intismeran Autogene in Kombination mit dem Krebsmedikament Keytruda von Merck & Co die Rate des Wiederauftretens von Melanomen stärker als die Immuntherapie allein. Für moderne, mRNA-basierte Therapien wäre das ein wichtiger Meilenstein.
Moderna baut Geschäft nach Corona
Für Moderna ist der Erfolg ein wichtiger Schritt beim Aufbau eines Geschäfts jenseits des Corona-Impfstoffs. Das Unternehmen hatte zuletzt die US-Zulassung für einen Grippeimpfstoff erhalten und entwickelt derzeit unter anderem Vakzine gegen das Norovirus und Borreliose. Analysten der Bank Barclays schätzen, dass die Hautkrebstherapie bis 2035 einen Umsatz von rund drei Milliarden Dollar erzielen könnte. Bereits im Januar hatten die beiden Konzerne Daten aus einer mittleren Studienphase veröffentlicht, denen zufolge die Kombination das Risiko eines Rückfalls oder Todes nach fünf Jahren um 49 Prozent senkte.
Das Melanom ist die gefährlichste Form von Hautkrebs. In den USA lebten 2023 nach Angaben des National Cancer Institute mehr als 1,5 Millionen Menschen mit einer entsprechenden Diagnose.











