Millionen-Deal in Berlin
Start-up Talon.One wird für 750 Millionen Euro verkauft
23.04.2026 – 20:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Es ist einer der größten Deals der deutschen Start-up-Szene: Das Berliner Unternehmen Talon.One geht an den niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen. Für Mitgründer Christoph Gerber ist es der zweite große Verkauf.
Das Berliner Softwareunternehmen Talon.One wird für rund 750 Millionen Euro vom niederländischen Zahlungsdienstleister Adyen übernommen. Es handelt sich um eine der größten Übernahmen eines deutschen Start-ups in den vergangenen Jahren.
Talon.One wurde 2015 von Christoph Gerber und Sebastian Haas gegründet. Das Unternehmen entwickelt Software, mit der Firmen Rabattaktionen, Gutscheine und Kundenbindungsprogramme steuern können. Zu den Kunden zählen internationale Konzerne wie H&M oder Adidas. Nach eigenen Angaben nutzen weltweit mehr als 300 Unternehmen die Plattform.
Mit dem Kauf erweitert Adyen sein bestehendes Geschäftsmodell. Der Konzern bietet bislang vor allem Zahlungsabwicklung für große Unternehmen an. Durch die Integration von Talon.One sollen künftig auch personalisierte Angebote und Marketingmaßnahmen enger mit dem Bezahlvorgang verknüpft werden.
Für Mitgründer Gerber ist es bereits der zweite größere Unternehmensverkauf. Er hatte zuvor den Lieferdienst Lieferando mit aufgebaut, der 2014 an den damaligen Konkurrenten Takeaway verkauft wurde. Gerber und Haas sollen auch nach der Übernahme an Bord bleiben und planen, einen Teil des Erlöses in Adyen zu investieren.
Der Deal fällt in eine Phase, in der die Start-up-Branche unter Druck steht. Vor allem Softwareunternehmen sehen sich mit Unsicherheiten konfrontiert, unter anderem durch technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz und schwankende Bewertungen an den Kapitalmärkten. Vor diesem Hintergrund wird die Übernahme als Signal gewertet, dass größere Transaktionen weiterhin möglich sind.
Talon.One beschäftigt rund 300 Mitarbeitende, vor allem in Berlin, und erzielte zuletzt einen geschätzten Jahresumsatz von etwa 60 Millionen Euro. Das Unternehmen hatte in mehreren Finanzierungsrunden Kapital eingesammelt, zuletzt im Jahr 2025.











