Krise in Stuttgart dauert an
Porsche streicht Erfolgsprämien
Aktualisiert am 23.04.2026 – 18:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Krise im Automobilbau bekommen auch die Beschäftigten zu spüren. Dabei geht es nicht allein um Stellenabbau. Ein deutscher Hersteller greift nun zu drastischen Mitteln.
Wegen der schlechten Jahreszahlen erhalten die Mitarbeiter des Sportwagenbauers Porsche keine Prämie. „Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es für das Geschäftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben“, teilte ein Konzernsprecher in Stuttgart mit.
In den Boom-Jahren war Porsche für seine üppigen Prämien für die Beschäftigten bekannt. In Anlehnung an den Sportwagen 911 betrug die Prämie noch vor zehn Jahren 9.111 Euro.
Für 2023 hatten sich Unternehmensführung und Betriebsrat noch auf eine Prämie von bis zu 9.690 Euro geeinigt. Ein Jahr später lag sie bei bis zu 5.250 Euro. In der Vergangenheit erhielten die Sonderzahlung alle Beschäftigten an deutschen Standorten, die fest bei der Porsche AG und Tochtergesellschaften angestellt sind. Dazu gehören auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Porsche-Werks in Leipzig. Das sind derzeit mehr als 27.000 Menschen.
Doch mit der Krise im Autobau kam die Wende. Das bekommen die Mitarbeiter nun zu spüren.
Der VW-Konzern, zu dem Porsche gehört, steckt tief in der Krise. Derzeit baut Volkswagen bei der Kernmarke und vor allem den Töchtern Audi und Porsche in Deutschland zusammengenommen 50.000 Jobs ab, um Kosten zu senken.
Im Jahr 2025 fiel der Porsche-Umsatz nach eigenen Angaben auf 36,27 Milliarden Euro, im Jahr zuvor waren noch 40,08 Milliarden Euro. Das operative Konzernergebnis sank von 5,64 Milliarden Euro auf 413 Millionen Euro. Grund hierfür waren nach Unternehmensangaben außerordentliche Aufwendungen in Höhe von rund 3,9 Milliarden Euro. Diese setzen sich zusammen aus der Neuausrichtung der Produktstrategie und zusätzlichen Aufwendungen aus Batterieaktivitäten von rund 700 Millionen Euro und den Folgen der von US-Präsident Donald Trump verhängten Import-Zölle mit rund 700 Millionen Euro.









