„War nie in der Gaslobby tätig“
Katherina Reiche macht Falschaussage
Aktualisiert am 23.04.2026 – 18:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche löst mit einer Aussage über ihren ehemaligen Arbeitgeber Irritationen aus. Hat sie gelogen?
Westenergie investiere in Windparks, Solaranlagen und sei vor allem ein Infrastrukturunternehmen, so die Ministerin. „Das Geschäftsfeld der Westenergie umfasst kein Gasgeschäft“, sagte sie. „Ich war nie in der Gaslobby tätig.“
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Diese Aussagen lösen vor allem in sozialen Medien Irritationen aus. Denn Westenergie, für die Reiche bis vor einem Jahr als Vorstandsvorsitzende tätig war, betreibt nach eigenen Angaben ein ziemlich umfangreiches Gasnetz. „2022 liefen 64 Milliarden Kilowattstunden durch das Netz der Westenergie-Gruppe“, kann man auf der Webseite des Unternehmens nachlesen.
„Das deutsche Erdgasnetz erstreckt sich über beeindruckende 600.000 Kilometer, davon 44.000 Kilometer im Fernleitungsnetz und 568.000 Kilometer im Verteilnetz. Unserer Verteilnetztochter Westnetz GmbH gehören davon 38.000 Kilometer.“ Das sei so lang, dass die Gasleitungen einmal um die Erde verlaufen könnten, schreibt Westenergie weiter. Man versorge 1,5 Millionen Haushalte in Deutschland mit Erdgas.
Für das Gasgeschäft von Westenergie ist die 100-prozentige Tochterfirma Westnetz GmbH zuständig. Im Lobbyregister sind beide Firmen vertreten.
Vor ihrer Tätigkeit bei Westenergie war Katherina Reiche die Vorsitzende des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Der VKU ist ein Lobbyverband der Stadtwerke, der sich oft um alle Bereiche der Energieversorgung kümmert: Strom, Gas, Fernwärme. Auch hier hatte Reiche also unter anderem mit Gasgeschäften zu tun.
Richtig ist auch, dass diese Unternehmen auch im Bereich erneuerbarer Energien tätig sind. So betreibt Westenergie nach eigenen Angaben auch Batteriespeicher, Offshore-Windparks und Solaranlagen auf kommunalen Dächern. „Wir unterstützen unsere Kunden und Kundinnen dabei, die Energiewende als Chance zu begreifen – für geringere Kosten und mehr Klimaschutz. Gemeinsam entwickeln wir nachhaltige Energiewendelösungen“, heißt es dazu auf der Webseite.
Eine Anfrage von t-online an das Wirtschaftsministerium auf die Frage, warum die Ministerin das Gasgeschäft der Westenergie geleugnet hat, blieb bis zum Veröffentlichungszeitpunkt unbeantwortet.










