Steigende Fallzahlen
Warnung vor Dengue-Welle in Urlaubsland
Aktualisiert am 09.06.2026 – 12:22 UhrLesedauer: 2 Min.
In Vietnams größter Stadt breitet sich das Dengue-Fieber derzeit deutlich schneller aus als im Vorjahr. Die Behörden sind alarmiert.
Wer in den kommenden Monaten nach Ho-Chi-Minh-Stadt reist, sollte sich besonders gut vor Mückenstichen schützen. Das Zentrum für Krankheitskontrolle von Ho-Chi-Minh-Stadt (HCDC) warnt laut mehreren vietnamesischen Medien vor einer wachsenden Dengue-Welle vor Ort. Die Zahl der Erkrankungen ist seit Jahresbeginn stark gestiegen. Vier Menschen kamen bereits ums Leben.
Auch das deutsche Tropeninstitut Dr. Gontard berichtet darüber. Ihm zufolge verzeichnet Ho-Chi-Minh-Stadt mehr als 17.000 Dengue-Fieber-Fälle seit Jahresbeginn – ein Anstieg um 64,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Eine besondere Warnung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC), das auch internationale Krankheitsausbrüche überwacht, gibt es allerdings nicht. Die CDC vermeldete Ende letzter Woche, es gebe derzeit kein Land mit sehr hoher Übertragungsrate oder mehr als zehn Fällen bei Reisenden in den vergangenen drei Monaten. Vietnam gehört laut der CDC aber zu den Ländern mit einem anhaltenden Risiko für das Dengue-Fieber.
Experten sehen Anzeichen für neuen Ausbruchszyklus
Nach Angaben des Tropeninstituts verzeichnet Vietnam seit Jahren regelmäßig größere Dengue-Wellen. In den vergangenen zehn Jahren kam es etwa alle drei bis vier Jahre zu landesweiten Ausbrüchen. Besonders schwere Epidemien traten 2019 und 2023 auf. Damals registrierten die Behörden jeweils mehr als 350.000 Erkrankungen im ganzen Land.
Die aktuelle Entwicklung könnte nach Einschätzung des Tropeninstituts darauf hindeuten, dass das Land erneut in einen solchen Ausbruchszyklus eintritt. Deshalb beobachten die Behörden die Lage besonders aufmerksam.
Was ist Dengue-Fieber?
Dengue ist eine Virusinfektion, die durch infizierte Stechmücken der Gattung Aedes übertragen wird, vor allem durch die Gelbfiebermücke und die Asiatische Tigermücke. Menschen können sich nicht direkt gegenseitig anstecken.
Viele Betroffene entwickeln plötzlich hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Übelkeit oder Hautausschläge. Die meisten Patienten erholen sich nach einigen Tagen wieder. In einigen Fällen nimmt die Krankheit jedoch einen schweren Verlauf. Dann können Blutungen, Kreislaufprobleme oder Organschäden auftreten. Mehr zu den Symptomen und der Behandlung des Dengue-Fiebers erfahren Sie hier.
Die Krankheit kommt vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor. Dazu gehören große Teile Südostasiens, Mittel- und Südamerikas sowie einige Regionen Afrikas und des Pazifiks. Experten gehen aber davon aus, dass sich Dengue durch den Klimawandel künftig weiter ausbreiten könnte, auch in den Norden Europas.
So können sich Reisende schützen
Da es keine spezifische Therapie gegen das Virus gibt, spielt Vorbeugung eine entscheidende Rolle. Reisende sollten unbedeckte Haut mit Mückenschutzmitteln behandeln und möglichst lange, helle Kleidung tragen. Moskitonetze bieten wichtigen Schutz.
Es stehen zwei Impfstoffe zur Verfügung, die jedoch bislang in der Reisemedizin aus verschiedenen Gründen nicht oder nur selten eingesetzt werden. Fachleute empfehlen die Impfung vor allem Personen, die bereits früher eine Dengue-Infektion durchgemacht haben.












