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Home » So eine Kultur will ich in der Partei nicht haben
Politik

So eine Kultur will ich in der Partei nicht haben

By zeit-heute.deApril 17, 20262 Mins Read
So eine Kultur will ich in der Partei nicht haben
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Haben sich schon welche gemeldet?

Pantisano blickt zu seiner Mitarbeiterin: „Zwei, drei“, sagt sie.

Das muss sich jetzt erstmal einpendeln. Ich habe aber auch schon viele Nachrichten von Mitgliedern in den Kreisverbänden bekommen, die mich eingeladen haben.

Die Arbeiter zurückzuholen, war ja auch der Anspruch bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Geklappt hat das aber nicht. Welche Lehre ziehen Sie daraus?

Zugegeben, bisher haben wir es noch nicht ausreichend geschafft, Arbeiter für uns zu gewinnen. Was wir jetzt anders machen wollen, ist, dass wir in die Werkstätten und Betriebe gehen und den Menschen zuhören. So wie wir es seit zwei Jahren an den Haustüren machen. Das wird sicher erstmal nicht angenehm, da werde ich mir sicher auch viel Kritik anhören müssen. Aber das gilt es auszuhalten und dann zu schauen: Was fordern diese Menschen?

Es sind jetzt vor allem die neuen, jungen, urbanen Mitglieder, die ihre Kandidatur begrüßen. Steht das nicht im Gegensatz dazu, dass Sie sich als den Kandidaten der Arbeiterklasse sehen?

Nein, ich bin seit 30 Jahren politisch aktiv und kenne die Partei schon lange. Ich habe gute Beziehungen zu vielen älteren Mitgliedern und eben auch zu den Jungen. Ich habe mich 2020 zur Oberbürgermeisterwahl in Konstanz aufstellen lassen und dort im zweiten Wahlgang mit 45 Prozent nur knapp den Sieg verpasst. Ich habe vor allem in den Wahlbezirken gewonnen, in denen die älteren Menschen leben, die Urkonstanzer sozusagen. Ich bin jemand, der verschiedenste gesellschaftliche Gruppen ansprechen kann.

Sind Sie auch jemand, der sagt, er würde die Linke gern in Richtung einer Regierungsbeteiligung entwickeln?

Uns geht es nicht ums Regieren, sondern um Veränderung. Wenn wir eine politische, gesellschaftliche Veränderung möglich machen können, indem wir uns mit SPD und Grünen zusammentun, dann ja, klar. Wir machen aber Politik, damit das Leben der Menschen besser wird und nicht für Ministerposten. Hier in Berlin wollen wir beispielsweise die Deutsche Wohnen enteignen. Wenn Grüne und SPD nach der Wahl im September dabei sind, sehr gerne. Wenn die Forderung aber ist, dass wir auf unsere Kernanliegen verzichten, dann ist das, glaube ich, nicht der richtige Weg für uns.

Gehören Kompromisse nicht zum Politikmachen dazu?

Es gibt einen Unterschied zwischen Kompromissen und Postengeschacher. Schauen Sie sich mal Baden-Württemberg an, in den Sondierungsverhandlungen zwischen Grünen und CDU ging es ausschließlich darum, wer wie viele Ministerposten kriegt.

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