Zwölf Opfer bei zwei Unfällen
Tödliche Crashs wegen TikTok-Trend?
Aktualisiert am 23.08.2026 – 09:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei einem Unfall in England sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Spielte ein tödlicher Trend eine Rolle?
Bei einer Verfolgungsfahrt auf der Fernstraße A66 nahe Middlesbrough in Nordengland sind am frühen Samstagmorgen sieben Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind zwei Polizeibeamte. Ein Polizeiwagen kollidierte mit einem Auto. Keiner der Insassen überlebte den Zusammenstoß.
Das Auto sei in falscher Richtung auf die Fernstraße aufgefahren, wie die Cleveland Police mitteilte. In dem Wagen hätten sich fünf Menschen befunden. Das Fahrzeug sei zuvor von Beamten verfolgt worden.
Die Polizeiaufsichtsbehörde übernahm die Ermittlungen. Die A66 wurde in beide Richtungen gesperrt. „Trotz der größten Bemühungen aller Einsatzkräfte starben bedauerlicherweise mehrere Patienten noch am Unfallort“, teilte der Rettungsdienst North East Ambulance Service mit.
Die Polizeichefin von Middlesbrough, Victoria Fuller, sagte: „Niemand sollte sein Zuhause verlassen und nicht sicher zurückkehren – auch nicht Polizeibeamte, die im Dienst für ihre Gemeinden stehen und die Menschen in Cleveland schützen.“

Insasse soll Videos veröffentlicht haben
Wie britische Medien berichten, habe es von einem der Insassen Videos auf der Plattform TikTok gegeben, die ihn bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei zeigen.
Videos mit Begriffen wie „Driving Wrong Way Challenge“ (Gegenverkehr-Wettbewerb) spiegeln einen Trend in sozialen Medien wider, bei dem junge Männer sich selbst dabei filmen, wie sie mit hoher Geschwindigkeit von der Polizei verfolgt werden, und die Aufnahmen dann in den sozialen Medien veröffentlichen. Der Unfall ereignete sich nur wenige Tage, nachdem fünf Teenager bei einem Frontalzusammenstoß auf einer Autobahn in Irland ums Leben gekommen waren. Bei diesem Vorfall saßen maskierte Jugendliche in einem gestohlenen BMW, der am vergangenen Sonntag um 2 Uhr morgens auf der M9 in der Grafschaft Kildare in falscher Fahrtrichtung unterwegs war.
Professorin: „Sie denken an die Likes“
Mary Aiken, Professorin für forensische Cyberpsychologie an der University of East London, sagte dem britischen „The Guardian“, das Streben nach Aufmerksamkeit in sozialen Medien sei an sich nicht neu. „Ich würde es als hybrides Verhalten beschreiben. Während sie Auto fahren, filmen sie gleichzeitig und nehmen Inhalte auf, um sie später zu posten oder live zu streamen“. Sie stünden mit einem Fuß in der realen Welt und mit dem anderen im Cyberspace.“ Der Cyberspace sei psychologisch immersiv und könne die Neigung verstärken, Risiken einzugehen und Konsequenzen zu ignorieren, so Aiken. „Sie denken an die Likes, sie denken an die Anerkennung.“











