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Home » Schimpfwörter aus Hessen: Kultworte zum charmanten Beleidigen
Deutschland

Schimpfwörter aus Hessen: Kultworte zum charmanten Beleidigen

By zeit-heute.deMärz 8, 20263 Mins Read
Schimpfwörter aus Hessen: Kultworte zum charmanten Beleidigen
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„Eihorrschemaa!“

Hessische Schimpfwörter zum Nachbabbeln

Aktualisiert am 08.03.2026 – 04:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Apfelwein Bembel: Egal ob sauer oder süß gespritzt – Apfelwein ist in der Mainmetropole Kult. (Quelle: CHROMORANGE)

Von charmant bis derb – die hessischen Schimpfwörter und Flüche klingen einzigartig. Haben Sie das schon mal gehört?

Wer schon einmal mit einem hessischen Urgestein diskutiert hat, der weiß: Der Grad zwischen Beleidigung und liebevoller Neckerei ist schmal. Das mag zum einen daran liegen, dass Schimpfwörter wie „Dabbes“, „Haanebambel“ oder „Babbelsche“ nicht wirklich böse klingen. Zum anderen liegt es wohl in der Natur vieler Hessen und Hessinnen, sich gegenseitig aufzuziehen – ohne es dabei allzu ernst zu meinen.

Nicht zuletzt mag bereits das hessische „Hä?“ in vielen Ohren außerhalb des Bundeslandes unhöflich klingen – dabei überschlägt man sich in der Region damit schon fast vor Höflichkeit. t-online zeigt Ihnen die beliebtesten Schimpfwörter aus Hessen.

Ein „Babbelsche“ ist jemand, der viel redet, aber wenig Sinnvolles sagt. Das Wort kommt von „babbeln“, was „plappern“ oder in Hessen auch einfach „reden“ bedeutet. Ein Babbelsche ist also ein Schwätzer oder Quatschkopf. Mit „Haldemo dei Sabbel!“ wird dieser meist zum Schweigen gebracht.

Ein „Babbsack“ ist ein unreinlicher beziehungsweise unangenehmer Mensch. „Babbi(s)ch“ steht für „klebrig“, demnach eine klebrige, schmierige Person.

Ihr Gegenüber hat Sie mit der einen oder anderen Aussage doch persönlich getroffen? Dann sind Sie nun wohl eine „beleidischd Lebberworscht“, eine beleidigte Leberwurst. Doch eingeschnappt sein lohnt sich in Hessen nicht wirklich – denn eine der Grundregeln der regionalen Streitkultur laut: Hier ist man sich nicht lange bös‘, „Zores“ (Streit) wird schnell beigelegt. Deswegen wird jeder Streit meist mit „Jetz speel do awwer nedd die beleidischd Lebberworscht!“ beendet.

Sie haben die Schnauze gestrichen voll? Dann wird es nun Zeit für die schweren Geschütze: Mit „Eihorrschemaa!“ („Hören Sie jetzt mal zu“) signalisieren sie jeder Hessin und jedem Hessen: „Ebbe langts!“ Also: „Jetzt reicht es!“

Wenn jemand besonders knauserig mit seinem Geld umgeht und schon kleine Investitionen scheut, ist er in Hessen schnell ein Geizkragen, also ein „Groschepetzer“.

Als „Haanebambel“ oder „Hannebambel“ wird ein einfältiger Mensch bezeichnet. Ähnlich wie beim „Simbel“ handelt es sich dabei um einen „Dummkopf“ oder einen „Einfaltspinsel“. Wie auch in anderen Bundesländern flucht der Hesse oder die Hessin besonders gerne im Straßenverkehr: „Jetzt fahr doch du Hutsimbel!“

Mutti wird mehrmals am Tag angerufen und sie ist die Erste, mit der wichtige Themen oder Probleme besprochen werden? Dann handelt es sich wohl um ein „Hätschelbiebche“, also um ein „Muttersöhnchen“. Aber Vorsicht: Mit der „Mudder“ ist auch in Hessen nicht zu spaßen.

„Kabbes“ ist ein Wort für Unfug oder Quatsch, aber auch ein Schimpfwort für einen Dummkopf oder einen Störenfried. Das Wort kommt von „kabbeln“, was „zanken“ oder „streiten“ bedeutet. Ein Kabbes ist also ein Zänker oder ein Ärgermacher.

Was sich wie eine Hunderasse anhört, ist in der hessischen Region die Bezeichnung für einen energielosen und trägen Menschen.

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