Neuer Mega-Airport in Polen
Flughafenverband warnt vor fatalen Problemen für den BER
24.04.2026 – 17:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Ryanair schließt seine Berliner Basis. Weil Warschau einen Mega-Flughafen baut, drohen dem BER weitere Probleme. Der Flughafenverband warnt bereits vor Folgen für die gesamte Region.
Gut 500 Kilometer trennen Polens Hauptstadt Warschau vom Berliner Flughafen BER – keine ganz kurze Strecke, aber dennoch eine Verbindung, für die es ganz offensichtlich eine Nachfrage gibt. Denn sogar das Busunternehmen Flixbus bietet zahlreiche Fahrten direkt von Warschau zum BER an. Doch das könnte sich bald ändern. Auch Auswirkungen auf den Flughafenstandort Berlin wären wohl die Folge.
Denn in der Nähe von Warschau soll bis 2032 ein neuer Mega-Airport für bis zu 40 Millionen Fluggäste pro Jahr entstehen. Sehr viele Transfers zum Berliner BER dürften sich ab dann wohl erübrigen, da Passagiere aus der Warschauer Region sehr wahrscheinlich direkt aus der Heimat abfliegen. Zumal parallel zum Flughafen-Ausbau die polnische Fluggesellschaft LOT stark wachsen soll. Die Folge wären deutlich mehr Verbindungen am neuen europäischen Super-Flughafen in Polen.
Der deutsche Flughafenverband ADV warnt bereits vor den möglichen Folgen für die gesamte Region Berlin-Brandenburg. Für den BER bedeute das neue polnische Drehkreuz einen steigenden Wettbewerbsdruck, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel der Berlin-Redaktion von t-online. „Ohne wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen drohen weniger Verbindungen, geringeres Wachstum und langfristig auch Nachteile für Wirtschaft, Tourismus und internationale Anbindung.“
Das Problem sind laut Beisel die Standortkosten, die in Deutschland deutlich höher sind als in Warschau. Unter diese fallen staatliche Abgaben und Gebühren wie die Luftverkehrsteuer sowie Luftsicherheitsgebühren und Flugsicherungskosten. „Die Flughafenentgelte selbst liegen im unteren europäischen Durchschnitt und machen nur einen vergleichsweisen kleinen Anteil an den Gesamtkosten einer Airline aus.“
Gleichzeitig könne aktuell kein deutscher Flughafen kostendeckende Entgelte am Markt durchsetzen. Das zeige, wie angespannt die wirtschaftliche Lage ist. „Airlines reagieren darauf – sie ziehen Flugzeuge ab und verlagern Kapazitäten in kostengünstigere Märkte“, sagte Beisel. Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat das am Freitag bewiesen.
„Wenn Deutschland im internationalen Luftverkehr mithalten will, braucht es dringend eine Kehrtwende bei den staatlich bedingten Standortkosten“, so der ADV-Hauptgeschäftsführer. Der Wettbewerb werde nicht am Flughafen entschieden, „sondern in der Standortpolitik“.










