Risiko für 83 Krankheiten erhöht
Diese Schlafphase sollte nicht zu kurz ausfallen
23.09.2026 – 12:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Für die Gesundheit zählt mehr als nur die Schlafdauer. Eine Studie legt nahe: Fallen bestimmte Schlafphasen zu kurz aus, steigt das Risiko für über 80 Krankheiten.
Eine Faustregel besagt: Sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht reichen aus, zumindest den meisten Erwachsenen. Allerdings sagt die Zahl der Stunden noch nichts über die Qualität des Schlafes aus. Dieser verläuft immerhin nicht gleichförmig, sondern besteht aus mehreren Phasen. Die geordnete Abfolge dieser Phasen bezeichnen Fachleute auch als „Schlafarchitektur“. Und wie eine neue Untersuchung zeigt, ist diese für die langfristige Gesundheit von zentraler Bedeutung.
Vor allem mehr REM-Schlaf und mehr Tiefschlaf gingen mit einem geringeren späteren Risiko für zahlreiche Erkrankungen einher.
Welche Schlafphasen gibt es?
Nach dem Einschlafen beginnt der Leichtschlaf: Der Körper fährt herunter, Muskeln entspannen sich, Atmung und Herzschlag werden ruhiger. Anschließend folgt der Tiefschlaf, aus dem man nur schwer zu wecken ist. Danach wird der Schlaf wieder leichter und geht schließlich in den REM-Schlaf über. REM steht für „Rapid Eye Movement“, also schnelle Augenbewegungen. In dieser Phase ist das Gehirn besonders aktiv, und viele lebhafte Träume treten auf. Dieser Ablauf wiederholt sich im Laufe der Nacht mehrfach, wobei sich die Anteile der einzelnen Phasen verschieben: Tiefschlaf findet sich vor allem in der ersten Nachthälfte, REM-Schlaf nimmt gegen Morgen zu.
So lief die Studie ab
Für ihre Untersuchung griffen die Forscher auf Daten der UK Biobank zurück, eine der größten medizinischen Langzeitstudien Großbritanniens. Zwischen 2006 und 2010 nahmen daran mehr als 500.000 Menschen im Alter von 40 bis 69 Jahren aus England, Schottland und Wales teil. Sie stellten umfangreiche Angaben zu ihrer Gesundheit und ihrem Lebensstil zur Verfügung, zudem werden ihre späteren Erkrankungen über viele Jahre hinweg anhand von Gesundheitsdaten nachverfolgt.
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Zwischen 2013 und 2015 wurde ein Teil der Teilnehmer – konkret 236.519 Menschen – gebeten, sieben Tage lang rund um die Uhr einen Bewegungssensor am Handgelenk zu tragen. Nachdem die Forscher unvollständige oder qualitativ unzureichende Aufzeichnungen ausgeschlossen hatten, blieben am Ende Messdaten von 95.559 Teilnehmern für die Analyse übrig.
Anhand dieser Daten erstellten die Wissenschaftler nun für jeden Teilnehmer eine Art Schlafprofil: Wie lange schlief er? Wie viel davon entfiel auf REM-, Tief- und Leichtschlaf? Wie häufig war er nachts wach, und wie stark schwankte seine Schlafdauer von Nacht zu Nacht?
Dann beobachteten sie über Jahre hinweg, wie sich die Gesundheit der Teilnehmer entwickelte. Dafür nutzten sie verknüpfte Krankenhausdaten und prüften, ob später erstmals bestimmte Erkrankungen diagnostiziert wurden.
Forscher nahmen mehr als 1.000 Krankheiten in den Blick
In den Klinikdaten suchte das Team nach 1.049 verschiedenen Krankheitsbildern – von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Diabetes und Depressionen bis hin zu neurologischen Leiden wie Demenz oder Parkinson.
Für jede einzelne Krankheit verglichen sie: Wie unterschieden sich die Schlafmuster der Menschen, die später erkrankten, von denen, die diese Diagnose nicht bekamen? Es zeigte sich: Vor allem der REM-Schlaf scheint einen Einfluss auf die spätere Gesundheit zu haben. Teilnehmer mit rund 48 Minuten mehr REM-Schlaf pro Nacht hatten im weiteren Verlauf ein geringeres Risiko für 83 der untersuchten Erkrankungen. Dazu gehörten etwa Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Demenz und Parkinson.











