Noch kein einziges Spiel bei einem großen Turnier durfte ter Stegen für Deutschland bestreiten (mit Ausnahme des zweitrangigen Confederations Cup 2017). Und die Zweifel, ob sich daran noch mal etwas ändern würde, wurden durch seine zahlreichen Verletzungen im fortgeschrittenen Sportleralter nur größer. Auch bei ter Stegen selbst.
„Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich nicht auch öfter mal gezweifelt habe – gerade nach einer Verletzung, gerade wenn die eine in die nächste übergeht“, sagte ter Stegen im Interview mit RTL/Sky: „Du fängst an, zu zweifeln – und es fühlt sich alles nicht gut an.“
Auch im Verein aussortiert
Für Zweifel gab es Grund genug, denn nicht nur seine Nationalmannschaftskarriere geriet ins Wanken: Beim FC Barcelona wurde ter Stegen während seiner langen Leidenszeit kurzerhand aussortiert. Eine Leihe zum FC Girona war auch vor dem Hintergrund der Verletzungen nicht besonders erfolgreich.
Doch im Sommer fand der deutsche Torwart bei Ajax Amsterdam (erneut per Leihe) eine neue Heimat, überzeugte bislang mit seinen Leistungen und blieb vor allem fit. Aktuell sei „wirklich alles so, wie ich mir das vorstelle. Dass ich gerade gesund bin, das weiß ich sehr zu schätzen“, sagte ter Stegen.
Die junge Konkurrenz lauert schon
Bundestrainer Jürgen Klopp setzt deshalb auf den erfahrenen ter Stegen als Baustein für seinen Umbruch beim DFB: „Er ist fit, er ist genau der gleiche Torwart, der er vorher war – wir haben da ganz genau hingeschaut. Und er bringt die notwendige Erfahrung mit“, begründete Klopp seine Entscheidung für ter Stegen als Nummer eins.
Ausgerechnet in seiner neuen Heimspielstätte, der Johan-Cruyff-Arena von Amsterdam, startet ter Stegen also in sein neues DFB-Kapitel, an dessen Ende endlich die erste Turnierteilnahme bei der EM 2028 stehen soll. Ob es tatsächlich ein Märchen mit Happy End wird, ist aber keineswegs sicher. Immerhin lauert die nächste Torwart-Generation schon auf ihre Chance.
Mit Alexander Nübel, Finn Dahmen, Noah Atubolu und vor allem Jonas Urbig, dem designierten Nachfolger von Manuel Neuer beim FC Bayern, steht eine Vielzahl an talentierten und deutlich jüngeren Torhütern in Klopps Aufgebot. Nicht umsonst erklärte Klopp ter Stegen nur „für den Moment“ zur Nummer eins und schob nach: „Es wird immer von der Leistung abhängig sein. Wir haben keinerlei Torhüterproblem.“ Bis zur Europameisterschaft ist es für ter Stegen also noch ein weiter Weg.












