Olympiabewerbung und U9
Münchens U-Bahn-Pläne bedrohen das Oktoberfest
04.11.2026 – 02:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Bis zu ein Viertel der Theresienwiese könnte zeitweise wegfallen: Der Bau der U9 in München soll das Oktoberfest über mehrere Jahre einschränken.
Der Bau der geplanten U-Bahn-Linie U9 in München könnte das Oktoberfest über mehrere Jahre spürbar einschränken. Vertrauliche Planungsunterlagen sehen demnach vor, dass zeitweise bis zu ein Viertel der Theresienwiese als Baustellenfläche wegfallen könnte, wie die „Süddeutsche Zeitung“ und die „tz“ berichten. Rund 50 Schausteller wären nach diesen Berichten betroffen.
Den Unterlagen zufolge müsste der Bau der sogenannten U9-Kurzstrecke im Januar 2029 beginnen, um die Linie rechtzeitig zu möglichen Olympischen Sommerspielen 2036 in Betrieb zu nehmen. Die U9 ist Teil der Münchner Olympiabewerbung für 2036, befindet sich aber noch in der Vorplanung; anschließend stünde ein Genehmigungsverfahren an, das mehrere Jahre dauern könnte. Eine Inbetriebnahme bis 2036 gilt daher noch als unrealistisch.
Referat für Arbeit und Wirtschaft rechnet mit Flächenverlusten
Nach dem derzeitigen Planungsstand wären der südöstliche Teil des Festgeländes und weite Teile der Schaustellerstraße betroffen. Dort stehen bislang Fahrgeschäfte, kleinere Wiesnzelte sowie Flächen für Logistik und Unterbringung von Beschäftigten. Peter Bausch, Vorsitzender des Münchner Schausteller-Vereins, betonte zugleich, dass noch niemand wisse, wie die Baustelle tatsächlich aussehen werde oder ob sie überhaupt komme.
Das für die Wiesn zuständige Referat für Arbeit und Wirtschaft rechnet ebenfalls mit Flächenverlusten. Während der Bauzeit würden voraussichtlich „etliche Plätze für Beschicker sowie Logistikflächen im Umfeld der Baustelle entfallen“, teilte das Referat auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ mit; wie viele Betriebe betroffen wären, ließ es offen. Mögliche Auswirkungen auf Flucht- und Rettungswege ließen sich laut Referat erst anhand konkreterer Planungen beurteilen.
Münchner Stadtrat soll Sachstandsbericht zur U9 erhalten
Wie stark die Olympiabewerbung die Eingriffe beeinflussen könnte, geht aus einem vertraulichen Schreiben des Wirtschaftsreferats hervor, das der „SZ“ vorliegt: „Dauer und Umfang etwaiger Baustelleneinrichtungen auf der Theresienwiese sind auch vom Erfolg der Olympiabewerbung abhängig.“
Wiesnwirte-Sprecher Peter Inselkammer sagte der „tz“: „Denn Platzverengungen auf dem Oktoberfest sind immer schwierig.“ Eine Sprecherin von Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) teilte mit, man werde „den Prozess aufmerksam, kritisch und mit konstruktiven Vorschlägen begleiten“. Der Stadtrat soll demnächst einen Sachstandsbericht zur U9 erhalten.










