Projekt „Minga“
Dieser Bus fährt ohne Fahrer oder Sprit
Aktualisiert am 03.11.2026 – 18:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Bus fahren, aber ohne Fahrer? Das könnte in München bald Realität werden. Die Stadt testet autonomes Fahren auf einer Linie im Norden. Vor dem Test gibt es eine kurze Demo.
Wer im Münchner Norden weilt, könnte ab 17. November öfter einen besonderen Bus der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu Gesicht bekommen: „Minga“ und „Autonomer Bus im Einsatz“ steht an der Seite des blauen Fahrzeugs geschrieben. Was eigentlich in erster Linie der bayerische Name für die Landeshauptstadt ist, steht hier für ein besonderes Forschungsprojekt.
„Minga“ soll in Erfahrung bringen, ob man auf einzelnen Linien künftig auch Busse ohne Fahrer fahren lassen kann. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit von MAN Truck & Bus, MVG und der Stadt. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Personalkosten und ein von Ausfällen unabhängiger Linienbetrieb. Doch bevor die MVG autonome Busse auf den Mittleren Ring schickt, gibt es einen ausführlichen Testbetrieb.
Der „Münchner Weg“: Autonomes Fahren im Münchner Norden
Der „Münchner Weg“ wie man das Projekt beim Hersteller MAN Truck & Bus auch bezeichnet, war selbst für die Bus-Profis eine Herausforderung: Statt Tests im Labor gibt es jetzt einen Live-Betrieb auf der Straße. Und das auf einer Strecke, die aus Sicht der MVG „einfach“, aus Sicht von MAN eher „kompliziert“ war. Doch die Herausforderungen beim Bau und Design eines autonomen Busses hat das Unternehmen offenbar überwunden.

Das Ergebnis: ein handelsüblicher Elektrobus von MAN für den innerstädtischen Betrieb, aber ausgerüstet mit sogenannten Lidar-Sensoren und Kameras. Sie können die Umgebung des Busses wahrnehmen. Die Informationen verarbeitet das autonome Fahrsystem, um basierend darauf anschließend Entscheidungen für das Fahren zu treffen. Mit jeder Bewegung und jeder Fahrt lernt das System dazu.
Für den Test befährt der Bus eine festgelegte Strecke der Linie 178 zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl. Aktuell befindet sich stets ein Sicherheitsfahrer an Bord, der, falls nötig, in den autonomen Betrieb eingreifen kann. Derzeit gibt es 16 Fahrer, die sich freiwillig gemeldet haben und die erforderliche Weiterbildung durchlaufen.
Testfahrt mit autonomem Bus: „gibt auch mutig Gas“
Pressevertreter erhielten bei einer Testfahrt am Dienstag (3. November) einen ersten Eindruck von dem autonomen Bus: Erst, wenn der diensthabende Sicherheitsfahrer das Signal gibt, fährt dieser automatisch los. Das Fahrzeug kann selbst blinken, rechts oder links abbiegen und „gibt auch mutig Gas“, wie eine der Anwesenden lakonisch feststellt.
Nimmt der Bus ein Hindernis wahr, bremst er ab, und das nicht gerade zimperlich. Das ist auch ein Grund, weshalb im Bus nie mehr als 30 Passagiere erlaubt sind: Jeder Passagier sollte nach Möglichkeit sitzen, da der Bus jederzeit abrupt bremsen kann.












