Strafe bis 1.000 Euro
Trotz Badeverbot: Hitze bringt mehr Verstöße am Rhein
06.08.2026 – 06:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Hitze treibt viele Menschen an den Rhein – dabei gilt in Köln und Leverkusen striktes Badeverbot. 28 Bescheide zeigen, wie ernst es die Stadt meint.
Die Hitzewelle treibt viele Menschen an den Rhein – dabei gilt in Köln und Leverkusen seit einiger Zeit ein striktes Badeverbot. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergeben hat, führt die Hitze an einigen Stellen zu vermehrten Verstößen. Der Großteil der Menschen halte sich aber ans Badeverbot, so die Erfahrungen der Kommunen. Erlaubt ist es lediglich, knöcheltief ins Wasser zu gehen – mehr nicht. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 1.000 Euro.
Köln und Leverkusen gehören zu mehr als zehn nordrhein-westfälischen Kommunen mit einer ähnlich strengen Regelung. Ziel ist es, tödliche Badeunfälle in dem stark von Schiffen befahrenen Strom zu verhindern, nachdem die Zahl der Badetoten zuvor deutlich gestiegen war.
Badeverbot im Rhein: 28 Bußgeldbescheide in Köln
Köln hat in diesem Jahr 28 Bußgeldbescheide erlassen, die sich auf 60 bis 250 Euro plus Auslagen und Gebühren belaufen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten in vielen Gesprächen über die Gefahren aufgeklärt, so ein Sprecher. Personen, die das Badeverbot missachteten, seien häufig eher uneinsichtig – der Großteil der Menschen halte sich aber daran. Die Hitze habe in jüngster Zeit dazu geführt, dass sich mehr Menschen am Ufer aufhalten und es mehr Verstöße gebe.
Im benachbarten Leverkusen sind in diesem Jahr sechs Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Zudem musste die Feuerwehr Leverkusen eine Person tot aus dem Rhein bergen, eine weitere Person konnte gerettet werden.
Auch andere Kommunen entlang des Rheins greifen durch: Düsseldorf hat in diesem Jahr 110 Verfahren eingeleitet, die sich teilweise noch in der Anhörung befinden. Zusätzlich seien dort über 3.400 Präventionsgespräche geführt worden. Bei einer Kontrolle des Badeverbots ging dem Ordnungsdienst in Düsseldorf zudem ein Mann mit offenem Haftbefehl ins Netz, der zunächst nicht aus dem Wasser kommen wollte und schließlich in Gewahrsam genommen wurde.
Ein Todesfall in Köln durch Baden im Rhein
In Rheinberg wurden 17 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, in Voerde sind gegen vier Personen Ordnungswidrigkeitsverfahren anhängig. In Wesel laufen derzeit zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren, in Neuss gab es lediglich mündliche Verwarnungen. In Dinslaken, Kleve und Krefeld haben die Ordnungsdienste keine Verstöße festgestellt.
Bis Mitte Juli rückte die Feuerwehr Köln zu 41 Einsätzen mit dem Stichwort „Person im Rhein“ aus, darunter ein Todesfall im Juli. Zum Vergleich: Allein die Feuerwehr Düsseldorf wurde bis Ende Juli zu insgesamt 52 Einsätzen alarmiert, wie ein Stadtsprecher berichtet – dabei konnten sechs Menschen nur noch tot geborgen werden.











