Bekennerschreiben aufgetaucht
Linksextreme attackieren LAP-Coffee-Filialen
13.05.2026 – 04:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Wieder Angriffe auf LAP Coffee in Berlin – diesmal gleich zwei Filialen. Was die Täter in ihrem Bekennerschreiben schreiben, lässt aufhorchen.
Zwei Berliner LAP-Coffee-Filialen sind erneut Ziel eines Angriffs geworden. Wie aus einem Bekennerschreiben auf der linksextremen Plattform Indymedia hervorgeht, warfen Unbekannte Steine gegen eine Filiale am Boxhagener Platz in Friedrichshain und beschmierten die Fassade eines weiteren Standorts in der Gormanstraße in Mitte mit dem Schriftzug „verpisst euch“.
Die Täter kündigen darin weitere Eskalation an: „Diesmal hat die Scheibe einen Sprung, beim nächsten Mal wird sie komplett weg sein.“ Polizei und Staatsschutz bestätigten die Vorfälle – das Schreiben gilt als authentisch.
LAP-Geschäftsführer: 50 Fälle von Angriffen und Vandalismus
In dem Text werfen die Verfasser der Kette vor, „minderwertigen Kaffee zu exorbitant hohen Preisen“ zu verkaufen und „Ausbeutung von Mensch und Umwelt“ zu betreiben. Dabei läuft die Kritik an LAP Coffee in der Berliner Kaffee-Szene in eine ganz andere Richtung: Dort gilt die Kette als Bedrohung für kleinere, handwerklich arbeitende Betriebe, die dem Preisdruck und dem Investorenkapital hinter den inzwischen 22 Berliner Filialen nicht standhalten könnten. LAP-CEO Ralph Hage hatte im Dezember in der „taz“ bereits von „50 Fällen von Angriffen und Vandalismus“ gesprochen.
Kurz zuvor hatte es auch einen Angriff auf einen Rewe-Markt in der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg gegeben: Ende April schlugen Unbekannte die Scheiben des Supermarkts mit Hammer und Steinen ein. In einem Bekennerschreiben auf der Plattform „Kontrapolis“, auch dieses vom Staatsschutz laut RBB als authentisch eingestuft, bezeichneten die Täter den Markt als Testlabor für neue Kassentechnologie. Sie kritisieren, dass dabei Kundendaten erfasst würden, darunter nach eigenen Angaben des Unternehmens in Ausnahmefällen auch „die schematische Darstellung deines Knochenbaus“.
Die Taten fügen sich in eine Reihe mutmaßlich linksextremer Anschläge in Berlin ein. Gruppen, die sich als Vulkangruppen bezeichnen, hatten im Herbst 2024 Strommasten in Adlershof angezündet und wenige Monate später die Energieversorgung im Berliner Südwesten zum Erliegen gebracht – jeweils tagelang, jeweils mit Zehntausenden Betroffenen. Wer genau dahintersteckt, ist bislang nicht geklärt. Das Verfahren zum Rewe-Angriff hat die Polizei an die Berliner Staatsanwaltschaft abgegeben – ermittelt wird gegen Unbekannt.












