Anti-Aging-Studie
Diese Aktivitäten wirken ähnlich gut wie Bewegung
22.05.2026 – 11:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Konzerte, Museumsbesuche oder Theatervorführungen – kulturelle Aktivitäten könnten das biologische Alter ähnlich günstig beeinflussen wie Sport. Was die Studie zeigt.
Wer gesund altern möchte, denkt meist zuerst an Bewegung, Ernährung und ausreichend Schlaf. Doch laut einer neuen Studie im Fachmagazin „Innovation in Aging“ könnten auch kulturelle Freizeitaktivitäten den Alterungsprozess positiv beeinflussen – und zwar in einer ähnlichen Größenordnung wie regelmäßiger Sport.
Biochemische Marker zeigen Alter an
Wie alt ein Mensch biologisch ist, lässt sich heute genauer bestimmen als früher. Sogenannte epigenetische Veränderungen an der DNA entstehen unter anderem durch Umwelt, Stress und Lebensstil. Sie geben Hinweise darauf, wie schnell der Körper tatsächlich altert – unabhängig vom Geburtsdatum. Die Forscher untersuchten dafür Blutproben und Gesundheitsdaten von mehr als 3.500 Erwachsenen aus Großbritannien. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 52 Jahre alt.
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Kulturangebote könnten den Alterungsprozess bremsen
Die Wissenschaftler interessierten sich vor allem für Freizeitaktivitäten. Dazu gehörten kulturelle Angebote wie Konzerte, Ausstellungen, Theater- oder Museumsbesuche. Aber auch körperliche Aktivität floss in die Analyse ein.
Welche Freizeitaktivitäten wurden untersucht?
Zu den kulturellen Freizeitaktivitäten zählten sowohl eigene kreative Tätigkeiten wie Singen, Tanzen, Malen, Fotografieren oder Basteln als auch kulturelle Unternehmungen wie Besuche von Ausstellungen, Kulturveranstaltungen, Museen, Bibliotheken, historischen Orten und Denkmälern.
Das Ergebnis überraschte: Bei Menschen, die mindestens einmal pro Woche kulturell aktiv waren, lag das biologische Alter im Schnitt um rund ein Jahr niedriger als bei Menschen, die selten an kulturellen Aktivitäten teilnahmen. Die Teilnehmer wiesen also ähnliche Effekte wie bei körperlicher Aktivität auf: Wer sich regelmäßig bewegte, hatte ebenfalls günstigere Werte bei den biologischen Altersmarkern. Besonders deutlich fiel der Zusammenhang bei Menschen über 40 Jahren aus.
Warum Kultur dem Körper helfen könnte
Die Forscher vermuten mehrere Gründe für den Effekt. Kulturelle Aktivitäten fördern soziale Kontakte, regen das Gehirn an und schaffen emotionale Erlebnisse. So beeinflusst etwa Musik nach bisherigen Erkenntnissen bestimmte Signalwege im Gehirn, die mit Lernfähigkeit, Entzündungen und Stressreaktionen zusammenhängen.
Sport wiederum kann Prozesse anstoßen, die Veränderungen an der DNA günstig beeinflussen. Frühere Studien deuteten bereits darauf hin, dass Bewegung biologische Alterungsprozesse verlangsamen könnte.
Die neue Untersuchung zeigt nun erstmals, dass kulturelle Aktivitäten möglicherweise einen ähnlich starken Einfluss haben.
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Ergebnisse noch mit Vorsicht zu bewerten
Die Autoren betonen allerdings auch die Grenzen der Studie. Die Daten zeigen lediglich Zusammenhänge auf, sie beweisen keine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung. Außerdem nahmen ausschließlich Menschen europäischer Herkunft teil. Ob sich die Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen, bleibt offen.
Dennoch sehen die Forscher großes Potenzial. Denn die Studie liefert einen weiteren Hinweis darauf, dass gesundes Altern mehr umfasst als Sport und Ernährung. Auch kulturelle und kreative Freizeitaktivitäten könnten dazu beitragen, länger körperlich und geistig fit zu bleiben.












