Mögliche Nebenwirkung
Geschwollene Füße durch Blutdrucksenker? Was Sie wissen sollten
Aktualisiert am 22.05.2026 – 09:47 UhrLesedauer: 3 Min.
Bei der Einnahme bestimmter Blutdrucksenker treten als Nebenwirkung mitunter geschwollene Füße auf. Welche das sind und was dann helfen kann.
Ist der Blutdruck dauerhaft zu hoch, raten Ärzte in der Regel zu Blutdrucksenkern. Diese sind nötig, um das Risiko für Folgeerkrankungen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verringern. Eine regelmäßige Einnahme ist daher für viele Betroffene lebenswichtig, kann jedoch auch mit Nebenwirkungen verbunden sein.
Mit welchen genau kann sich abhängig davon unterscheiden, zu welcher Wirkstoffgruppe der verschriebene Blutdrucksenker gehört. Geschwollene Füße oder Knöchel sind vor allem bei der Einnahme von Kalziumkanalblockern (Kalziumantagonisten) wie Amlodipin nicht ungewöhnlich. Denn diese können als Nebenwirkung Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) hervorrufen.
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Was verursacht die geschwollenen Füße?
Kalziumkanalblocker senken den Blutdruck, indem sie die glatte Muskulatur in den Arterien entspannen, sodass die Gefäße sich weiten. Somit muss das Herz weniger stark arbeiten, um Blut durch den Körper zu pumpen.
Kapillaren haben jedoch keine glatte Muskulatur. Daher kann es bei der Einnahme von Kalziumkanalblockern dazu kommen, dass sich das Blut beim Übergang von den Arterien in diese feinen Blutgefäße staut und so den Druck in diesen erhöht.
Als Folge kann Wasser aus den Gefäßen austreten und ins Gewebe übergehen, insbesondere in den Beinen. Aufgrund der Schwerkraft sammelt sich das Wasser dabei vor allem in den Füßen beziehungsweise Knöcheln, da diese für gewöhnlich der am tiefsten liegende Punkt sind. Typischerweise treten die Schwellungen an beiden Füßen auf.
Gut zu wissen
Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut vom Herzen weg. In den Organen verzweigen sie sich in Kapillaren (sogenannte Haargefäße), in denen der Stoffaustausch stattfindet. Von dort fließt das Blut über Venen sauerstoffarm zurück zum Herzen.
Risikofaktoren für geschwollene Füße durch Blutdrucksenker
Das Risiko, dass es unter der Einnahme von Kalziumkanalblockern zu geschwollenen Füßen kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa:
- dem Geschlecht – bei Frauen tritt die Nebenwirkung häufiger auf als bei Männern
- dem Lebensalter – vor allem ältere Menschen sind betroffen
- der Dosierung – das Risiko steigt mit der Höhe der Dosis
- der Dauer der Behandlung – das Risiko kann bei langjähriger Einnahme zunehmen
- der Art des Kalziumkanalblockers – ein Risiko besteht vor allem bei Wirkstoffen vom Dihydropyridintyp wie Amlodipin, Nifedipin, Nitrendipin oder Nisoldipin
Geschwollene Füße durch Blutdrucksenker: Was tun?
Wer einen Blutdrucksenker aus der Gruppe der Kalziumkanalblocker einnimmt und häufiger unter geschwollenen Füßen leidet, sollte ärztliche Rücksprache halten. Der Arzt kann einschätzen, ob die Beschwerden möglicherweise eine Nebenwirkung sind oder andere Ursachen infrage kommen. Keinesfalls sollten Betroffene den Blutdrucksenker eigenmächtig absetzen.












