Studie zeigt
So gut kann Sport beim Rauchausstieg helfen
22.05.2026 – 06:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer mit dem Rauchen aufhören will, kämpft oft mit starkem Verlangen nach Nikotin. Doch Bewegung kann dieses bremsen – und so den Rauchausstieg erleichtern.
Rauchen gehört weltweit zu den häufigsten vermeidbaren Todesursachen. Viele Menschen versuchen, ihrer Gesundheit zuliebe damit aufzuhören, oft jedoch ohne dauerhaften Erfolg. Forscher der Universität Adelaide in Australien haben nun untersucht, wie hilfreich Sport dabei sein kann. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin „Journal of Sport and Health Science“ nachzulesen.
Gut zu wissen
Knapp 22 Prozent der 18- bis 64-Jährigen in Deutschland rauchen, das entspricht etwa 11,2 Millionen Menschen. Rund 1,7 Millionen der Tabakkonsumierenden gaben an, täglich mindestens 20 Zigaretten zu rauchen. Pro Jahr sterben über 127.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum.
Schon ein Workout kann das Verlangen senken
Für die Analyse wertete das Forschungsteam 59 Studien mit insgesamt mehr als 9.000 Teilnehmern aus. Dabei betrachteten die Wissenschaftler sowohl längerfristige Trainingsprogramme als auch einzelne Sporteinheiten.
Das Ergebnis: Menschen, die regelmäßig Sport trieben, schafften den Rauchstopp häufiger als Vergleichsgruppen ohne Bewegung. In mehreren Studien stieg die Wahrscheinlichkeit, dauerhaft rauchfrei zu bleiben, um 15 Prozent. Zudem rauchten Teilnehmer im Schnitt täglich etwa zwei Zigaretten weniger.
Besonders deutlich zeigte sich der Effekt direkt nach dem Sport. Schon eine einzelne Trainingseinheit verringerte das akute Verlangen nach Nikotin spürbar. Dieser Effekt hielt teilweise noch bis zu 30 Minuten nach dem Training an. Vor allem intensivere Belastungen wirkten gut.
Welche Sportarten besonders helfen
Die Forscher untersuchten verschiedene Bewegungsformen: Ausdauertraining wie Joggen oder Radfahren, Krafttraining, Yoga sowie hochintensives Intervalltraining (HIIT). Insbesondere klassisches Ausdauertraining half dabei, langfristig rauchfrei zu bleiben.
Intensive Sporteinheiten reduzierten dagegen das kurzfristige Verlangen am stärksten. Gerade in Momenten, in denen ehemalige Raucher besonders stark ans Rauchen denken, könnte Bewegung deshalb helfen, einen Rückfall zu vermeiden.
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Sport ersetzt keine Therapie, kann aber unterstützen
Regelmäßiges Training verringerte zwar den Zigarettenkonsum, reduzierte jedoch nicht alle Entzugssymptome dauerhaft. Die Forscher sehen Sport daher nicht als alleinige Lösung beim Rauchstopp, sondern empfehlen, Bewegung zusätzlich zu bewährten Methoden (wie Beratungsgesprächen, Nikotinersatzprodukten oder Medikamenten) einzusetzen.
So könnte Sport den Rauchausstieg deutlich erleichtern. Denn körperliche Aktivität verbessert nicht nur die Fitness, sondern kann auch Stress entgegenwirken und bei schwierigen Phasen mit starkem Rauchverlangen helfen – zwei häufigen Gründen für Rückfälle.











