Hamburger Politiker
„Muss auf mich aufpassen“: Linken-Chef van Aken tritt zurück
16.04.2026 – 02:55 UhrLesedauer: 3 Min.
Jan van Aken hat die Linke aus dem Umfragekeller in den Bundestag geführt. Nun tritt der Hamburger zurück – und sein Abschiedssatz ist typisch für ihn.
Jan van Aken wird beim Bundesparteitag der Linken im Juni in Potsdam nicht wieder als Parteivorsitzender antreten. Der Hamburger begründete seinen Rückzug mit gesundheitlichen Problemen, ausgerechnet auf dem Höhepunkt des Parteiaufschwungs.
„Anders als bislang geplant, kann ich leider im Juni auf dem Bundesparteitag der Linken nicht wieder als Parteivorsitzender antreten“, erklärte van Aken in einer persönlichen Mitteilung. „Aus gesundheitlichen Gründen muss ich mein Amt im Juni niederlegen.“ Er betonte jedoch: „Es ist keine lebensbedrohliche Krankheit, und es besteht kein Grund zu größerer Sorge. Trotzdem muss ich auf mich aufpassen. Das tue ich hiermit.“
Bis zum Parteitag bleibt van Aken an der Seite seiner Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner im Amt. Sein Bundestagsmandat, das er über die Hamburger Landesliste erworben hat, will er bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben. Auch der Partei stehe er weiter zur Verfügung.
Der Rückzug trifft die Partei in ungewöhnlich starker Verfassung. Van Aken und Schwerdtner hatten die Linke gemeinsam aus dem Umfragekeller, zeitweise erreichte man in Umfragen nur noch zwei bis drei Prozent, zurück in den Bundestag geführt. Bei der Bundestagswahl 2025 holte die Partei 8,8 Prozent, liegt in aktuellen Umfragen bei zehn bis elf Prozent. Die Mitgliederzahl hat sich binnen weniger Monate auf mehr als 120.000 nahezu verdoppelt.
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„Mir fällt dieser Schritt sehr schwer, weil ich es immer anders geplant hatte“, räumte van Aken ein. Er zog dennoch eine positive Bilanz: „Die Partei ist auf einem guten Weg. Es kommen immer weiter neue Mitglieder dazu, wir haben Themen wie Mietendeckel und Vermögensteuer bundesweit stark gemacht. Die anderen Parteien fangen an, bei uns abzuschreiben.“ Van Aken erklärte zudem, die Linke habe „bei allen vier Wahlen in diesem Jahr deutlich zugelegt“, auch wenn sie in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Zuversichtlich zeigte er sich für die Zukunft: „Ich bin noch immer der Meinung, dass es keine Milliardäre geben sollte“ – der Satz, mit dem er im Oktober 2024 seinen Aufstieg zur Parteispitze eingeleitet hatte.
Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner reagierte bewegt auf die Ankündigung. Die vergangenen Monate seien wie ein „Fiebertraum“ gewesen, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Van Akens Entscheidung mache sie traurig, aber: „Die Gesundheit geht vor, auch vor gemeinsame politische Projekte.“ Sie lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit und erklärte: „Danke dir, Jan, schon jetzt. Es wäre mit keinem anderen möglich gewesen.“











