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Home » Widerstand im Zweiten Weltkrieg in Paris: „Was die Nazis anrichteten“
Panorama

Widerstand im Zweiten Weltkrieg in Paris: „Was die Nazis anrichteten“

By zeit-heute.deApril 16, 20262 Mins Read
Widerstand im Zweiten Weltkrieg in Paris: „Was die Nazis anrichteten“
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Monnier bewunderte die deutsche Kultur, insbesondere Musik, Philosophie und Literatur. Sie konnte kaum fassen, was die Nazis anrichteten. Monnier und viele ihrer Freunde waren 1933 zunächst überzeugt, dass dieser irre Hitler keine Chance gegen das geistige Deutschland habe. Dazu kam die Tatsache, dass Monnier Pazifistin aus Überzeugung war. 1938 schrieb sie einen Essay über den deutschen Antisemitismus, in dem sie die Hoffnung auf Frieden aussprach. Später musste sie dann schmerzhaft erfahren, dass sie in politischer Hinsicht naiv gewesen war.

Mit dieser Naivität war sie nicht allein.

Nach dem deutschen Überfall auf Polen erklärten Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich schließlich den Krieg.

Für die deutschen Exilanten wurde es erst gefährlich, dann lebensgefährlich. Gefährlich wurde es, weil die französischen Behörden viele von ihnen als „feindliche Ausländer“ internierten. So absurd es auch war, deutsch-jüdische Flüchtlinge als mutmaßliche Nazis einzusperren. Siegfried Kracauer kam in ein Internierungslager, aus dem ihn Adrienne Monnier durch ihre Beziehungen zum französischen Außenministerium herausholen konnte. Walter Benjamin wurde auch interniert, kam mit Hilfe Monniers wieder frei und wäre beinahe in Sicherheit gewesen. Dann beging er aber an der spanischen Grenze Suizid, weil er fürchtete, doch in deutsche Hände zu geraten. Lebensgefährlich wurde es dann, als die Deutschen Paris besetzten und Jagd auf Juden machten.

Wie erging es Adrienne Monnier und Sylvia Beach persönlich nach der deutschen Besatzung?

Sylvia Beach genoss einen gewissen Schutz, denn bis zur deutschen Kriegserklärung an die USA gehörte sie nicht einer am Krieg beteiligten Nation an. Es wurde sogar eine entsprechende Plakette an ihrem Buchladen angebracht. Allerdings hatte Beach eine jüdische Mitarbeiterin, auf die die Gestapo schnell aufmerksam wurde. Adrienne Monnier konnte ihre Buchhandlung während des gesamten Kriegs offenhalten, aber was sie verkaufen durfte, hat ihr nicht unbedingt immer Freude bereitet.

Die Besatzer hatten zahlreiche Bücher verboten?

Es wurde massiv Zensur betrieben, die Buchhandlung sogar kontrolliert.

Nun waren Deutschland und die Vereinigten Staaten seit dem Dezember 1941 Kriegsgegner. Was bedeutete das für Sylvia Beach?

Amerikanerinnen wurden im Herbst 1942 interniert, so auch Sylvia Beach. Sie kam in einen Affenkäfig, das ist wortwörtlich gemeint. Das Lager war im Jardin d’Acclimatation im Bois de Boulogne, Beach kannte ihn aus besseren Zeiten als Zoo und Vergnügungspark. Dort sollten Tiere aus Übersee eigentlich akklimatisiert werden, nun wurden dort Menschen eingesperrt. Das war überaus entwürdigend, später kam sie in ein anderes Lager, das die Nazis als „Musterlager“ besser eingerichtet hatten.

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