Tequila, Mezcal und Ceviche hoch über der Elbe: Die „Air Bar 13“ über dem Westfield orientiert sich geschmacklich an Lateinamerika. Und die Cocktails überfordern niemanden.
An Bars mit Aussicht mangelt es Hamburg nicht. „Tower Bar“, „Skyline 20up“, „Clouds“, dazu das „Moon46“ in der Hafencity – wer den Drink über der Stadt sucht, hat längst die Wahl. Eine neue Adresse muss also mehr mitbringen als ein paar Meter Höhe und einen schnellen Aufzug. Genau das versucht die „Air Bar 13“, seit dem 19. Juni geöffnet im 13. Stock über dem neuen Westfield-Einkaufszentrum.
Eine Bar auf dem Dach eines Einkaufszentrums, das klingt nach Food-Court mit Fernblick. Oben angekommen, erkennt man: Die Betreiber geben sich erkennbar Mühe, das vergessen zu machen. Hineinkommen kann man auf zwei Wegen: über einen eigenen Aufzug direkt von der Waterfront oder über einen separaten Lift aus dem Restaurant „Elemente“. „Sobald du aus dem Fenster schaust, hast du diese Einkaufsatmosphäre gar nicht“, sagt Manager Shahriar Javaheri. „Man hat von jedem Platz einen super Ausblick zur Elbe.“
Stimmt. Vor den Fenstern erstreckt sich Hamburg in alle Richtungen: die Kräne im Süden, der Fernsehturm, im Westen die Elphi, hinter der abends die Sonne über dem Hafen untergeht. Kitschig? Von mir aus. Den Sonnenuntergang über dem Hafen nimmt man hier oben trotzdem gern mit.

Lateinamerika, mit hanseatischer Begründung
Die „Air Bar 13“ sitzt über dem „Elemente“, dem lateinamerikanisch grundierten Restaurant im ersten Stock. Warum Lateinamerika, ausgerechnet hier? Die Antwort ist erstaunlich hanseatisch: 1827 war Hamburg die erste europäische Stadt, die die jungen südamerikanischen Staaten als unabhängige Nationen anerkannte. Ob das als Begründung trägt oder als elegante Klammer dem Marketing dient, sei den Gästen überlassen. Auf der Karte jedenfalls ist sie sichtbar: Tequila, Mezcal, Pisco und Cachaça stehen im Zentrum, dazu gesellen sich Ceviche, Empanadas und Tacos.
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Hinter der Küche stehen zwei, die das glaubwürdig machen: der gebürtige Mexikaner Miguel Zaldívar, in Hamburg bestens vernetzt, und der Argentinier Diego Cardoso. Betreiber ist die Londoner Rhubarb Hospitality Collection, die andernorts die Gastronomie der Royal Albert Hall und die Aussichtsbar „Sky Garden“ verantwortet. Man hat also Übung darin, aus einer Aussicht ein Produkt zu machen.












