Sind die Talgdrüsen am Hoden entzündet, treten eine Rötung, eine Schwellung, eine Überwärmung, ein Spannungsgefühl sowie Druckschmerzen auf. Dringen die Auslöser der Entzündung tiefer in die Haut ein, versucht der Körper, ihre weitere Ausbreitung zu verhindern. Dabei entsteht ein abgekapseltes Eitergeschwür: ein Abszess. Dieser macht sich vor allem durch pochende Schmerzen bemerkbar, manchmal auch durch Fieber.
Dass Infektionen verstopfter Talgdrüsen am Hoden zu Abszessen führen, geschieht recht häufig. Daher ist es ratsam, sich bei ersten Anzeichen einer Entzündung ärztliche Hilfe zu suchen, um die infizierte Talgzyste chirurgisch entfernen zu lassen. Hat sich bereits ein Abszess gebildet, öffnet die Ärztin oder der Arzt ihn zunächst meist, damit der Eiter abfließt. Die Zyste wird dann später entfernt. Beides erfolgt üblicherweise unter örtlicher Betäubung.
Eine Verstopfung von Talgdrüsen am Hoden selbst entfernen zu wollen, ist hingegen keine gute Idee: Wer etwa versucht, eine Talgzyste auszudrücken, riskiert bloß, dass sich diese infiziert oder sich eine bereits vorhandene Infektion ausbreitet. Hat eine verstopfte Talgdrüse bereits zu einem Abszess geführt, ist jeglicher Druck auf die Stelle zu vermeiden, um keinen Eiter in das umliegende Gewebe zu pressen.
Mitunter lohnt sich aber der Versuch, Talgdrüsen am Hoden mit einem einfachen Hausmittel zu behandeln: Wärme. Wenn eine Talgzyste Beschwerden bereitet und/oder sich vergrößert, kann etwa eine warme Kompresse lindernd wirken und womöglich dazu beitragen, dass sich die Verstopfung der Talgdrüse von allein löst.
Um Talgdrüsen am Hoden wie am restlichen Körper gesund zu halten, empfiehlt es sich allgemein, die Haut sorgsam zu pflegen (das heißt: täglich sanft reinigen und danach eine Feuchtigkeitscreme anwenden, eventuell salicylsäurehaltige Hautpflegeprodukte einsetzen) und über den Tag verteilt ausreichend zu trinken (am besten Wasser).
Talgdrüsen am Hoden sind eigentlich harmlos. Selbst wenn sie in größerer Zahl auftreten, ist keine ärztliche Behandlung nötig. Das kann sich jedoch ändern, wenn eine Talgdrüse verstopft: Die dann entstehende Talgzyste ist zwar meist auch unbedenklich, kann sich aber entzünden. Nicht selten entwickelt sich daraus ein Abszess. Eine entzündete Talgzyste erfordert daher immer ärztliche Hilfe – von jeglichen Versuchen, sie selbst zu entfernen, ist dringend abzuraten.












