Zusätzliche Pipeline und Zugnetz
Arabische Emirate haben Lösung, um Hormus-Blockade zu umgehen
02.05.2026 – 18:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Blockade der Straße von Hormus beeinträchtigt weiter die Weltwirtschaft. Doch die Vereinigten Arabischen Emirate intensivieren die Bemühungen, um die Situation zu umgehen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bauen ihre Ausweichrouten für Ölexporte aus. Nach Einschätzung des Nahost-Experten Hussain Abdul-Hussain könnte der Hafen Fudschaira am Golf von Oman eine zentrale Rolle spielen, um die Straße von Hormus zu umgehen.
Fudschaira liegt östlich der Meerenge. Öl aus den Emiraten kann deshalb über Land dorthin transportiert und anschließend auf Tanker verladen werden. Die Habshan-Pipeline soll vor dem Krieg rund 1,8 Millionen Barrel pro Tag nach Fudschaira gebracht haben.
Eine zusätzliche Pipeline von Jebel Dhanna nach Fudschaira könnte die Kapazität um weitere 1,5 Millionen Barrel pro Tag erhöhen. Abdul-Hussain geht davon aus, dass die Emirate damit ihre Opec-Quote von 3,3 Millionen Barrel täglich vollständig über Fudschaira abwickeln könnten. Öltransporte durch die Straße von Hormus wären dafür nicht mehr nötig. Der Experte schrieb auf X: „Mit überlegener, CO2-armer Produktion, erstklassigen Pipelines, enormen Speicherkapazitäten und Hafenanlagen entwickeln sich die VAE nun zum Energiezentrum der Region“.
Die VAE waren zu Mai aus dem Ölkartell Opec ausgetreten, mutmaßlich, weil sie mehr Öl fördern und exportieren wollten, die Absprachen innerhalb der Organisation dies aber verhinderten.
Auch andere Staaten am Golf könnten nach seiner Einschätzung von Fudschaira profitieren. Kuwait könnte demnach über eine Anbindung zusätzliche Ölmengen liefern. Für den Irak wären dafür allerdings neue oder ausgebaute Leitungen nötig. Katar könnte theoretisch seine Dolphin-Pipeline anders nutzen, müsste nach Abdul-Hussains Darstellung aber politische Voraussetzungen erfüllen.
Neben Pipelines bauen die Emirate auch ihr Schienennetz aus. Etihad Rail verbindet seit 2023 auf rund 900 Kilometern mehrere Landesteile. Ein weiteres Projekt soll die VAE mit Oman verbinden. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen ist die Strecke bereits zu 40 Prozent fertiggestellt.
Hintergrund ist die blockierte Straße von Hormus. Über die Meerenge laufen normalerweise wichtige Lieferungen von Öl und Gas. Hängen Tanker im Persischen Golf fest, kann das die internationalen Energiemärkte belasten. In Deutschland könnten dadurch auch Kraftstoff- und Energiepreise steigen.
Saudi-Arabien verfügt bereits über eine eigene Ausweichroute. Über eine Pipeline kann das Königreich Öl zum Rotmeerhafen Yanbu bringen. Für die VAE könnte Fudschaira eine vergleichbare Funktion übernehmen.











