Licht statt Strom
Aachener Brüder mit Ingenieurpreis ausgezeichnet
06.09.2026 – 17:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Herkömmliche Halbleiter stoßen an ihre Grenzen. Ein Aachener Unternehmen setzt auf einen anderen Ansatz und wird dafür nun ausgezeichnet.
Die Aachener Brüder Sebastian und Dr. Daniel Schall haben den Aachener Ingenieurpreis 2026 erhalten. Die Auszeichnung wurde ihnen im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen – für die Entwicklung von Chips, die Daten per Lichtsignal statt per Strom übertragen. Das Unternehmen Black Semiconductor, das die beiden 2020 gegründet haben, setzt dabei auf den Werkstoff Graphen.
Graphen kann elektrische direkt in optische Signale umwandeln und gilt damit als schnelleres und energieeffizienteres Material als herkömmliche Halbleiter. Black Semiconductor gründeten die Schalls 2020 aus der AMO GmbH heraus – in Aachen, nicht im Silicon Valley. Laudator Max Lemme, Geschäftsführer der AMO GmbH und Leiter des Instituts für Elektronische Bauelemente an der RWTH Aachen, hob das ausdrücklich hervor: „Es gehört Mut dazu, das Unternehmen hier und nicht im Tal der Milliardäre aufzubauen.“
Lemme ordnete die Arbeit der Preisträger in einen größeren Zusammenhang ein: „Halbleiter sind das Gehirn der KI, eine strategische Technologie und kein nice-to-have.“ Ihre Lösung sei „nichts anderes als eine Revolution“. Der Preis würdige nicht die Vergangenheit, sondern die Ambition, die Zukunft zu gestalten.
Preis wird seit 2014 jährlich vergeben
NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes lobte die Preisträger dafür, dass sie „Mut und Erfindergeist“ verbänden und damit etwas verkörperten, „was dieses Land dringend braucht: Aus einer Erfindung ein Geschäftsmodell entwickeln.“ Aus einer Idee hätten die beiden ein Unternehmen mit internationaler Strahlkraft gemacht.
VDI-Präsident Professor Lutz Eckstein nutzte die Feierstunde, um auf den Bedarf an mehr Kapital für Unternehmer hinzuweisen, die den nächsten Schritt gehen wollen. Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons und RWTH-Rektor Professor Ulrich Rüdiger betonten in einem gemeinsamen Beitrag, Aachen sei ein idealer Ort für Innovation.
Der Aachener Ingenieurpreis ist eine gemeinsame Auszeichnung der RWTH Aachen und der Stadt Aachen, unterstützt vom Verein Deutscher Ingenieure VDI. Seit 2014 wird er jährlich vergeben – an Persönlichkeiten, die einen maßgeblichen Beitrag zur Weiterentwicklung oder positiven Wahrnehmung des Ingenieurwesens geleistet haben. In diesem Jahr wurden erstmals zwei Personen gemeinsam ausgezeichnet.
Moderiert wurde der Abend von Marie Ludwig und Thorsten Karbach. Musikalisch gestaltete das Duo Nordic Echo mit Mariia Smirnova an der Gitarre und Aleksandra Esakova an der Querflöte den Rahmen; Eric Siemes präsentierte eine Experimentiershow zum Thema Halbleiter. Lemme schloss mit einem persönlichen Hinweis auf die Preisträger: „Sie sind geerdet, ihnen ist nicht der Radar dafür abhandengekommen, was uns Menschen ausmacht.“











