Infektion, Symptome, Schutz
Das sollten Sie über HPV wissen
22.04.2026 – 09:33 UhrLesedauer: 4 Min.
Fast alle Menschen infizieren sich irgendwann im Laufe ihres Lebens mit HPV, häufig sogar mehrfach. Was das bedeuten kann, erfahren Sie hier.
Ob verschiedene Warzen oder bestimmte Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, Peniskrebs und Mund-Rachen-Krebs: Sie alle können durch eine HPV-Infektion entstehen. Nachfolgend erfahren Sie, welche Erreger dahinterstecken, wie sie sich übertragen, welche Folgen eine Ansteckung haben kann und was dagegen hilft.
Was ist HPV?
HPV steht für Humanes Papillomvirus, kurz HP-Virus. Papillomviren sind Krankheitserreger: Wenn sie etwa durch kleine Risse oder Verletzungen in die Haut oder Schleimhaut eindringen, vermehren sie sich dort im Inneren der Zellen. Das kann zu Entzündungen und zu unterschiedlichen Hautveränderungen führen.
Humane Papillomviren sind weltweit verbreitet. Sie kommen nur beim Menschen vor und infizieren sowohl Frauen als auch Männer. Mittlerweile sind über 230 verschiedene HPV-Typen bekannt. Etwas mehr als 40 davon können den Bereich um den After und die Geschlechtsorgane befallen.
Schon gewusst?
Eine Person kann mit vielen HPV-Typen gleichzeitig infiziert sein.
Wie kommt es zur HPV-Infektion?
Humane Papillomviren übertragen sich ausschließlich von Mensch zu Mensch. Die Ansteckung erfolgt fast immer durch direkten Kontakt der Haut und Schleimhäute im Genitalbereich, etwa beim Geschlechtsverkehr. Auch wenn die Mundschleimhaut mit infizierten Hautstellen in Berührung kommt, wie etwa beim Oralverkehr, kann es zur HPV-Infektion kommen.
Mitunter gelangen humane Papillomviren auch über Gegenstände von einem Menschen zum anderen: beispielsweise über gemeinsam genutzte Handtücher oder Rasierapparate. Zudem kann eine infizierte Schwangere die HP-Viren während der Geburt auf das Kind übertragen, was jedoch selten passiert. Durch Sperma, Blut oder Speichel sind HPV-Infektionen nicht übertragbar.
Ist die Haut oder die Schleimhaut erst einmal mit HPV infiziert, kann selbst gründliches Waschen nichts daran ändern. Die Viren befinden sich dann nämlich in der untersten Haut- oder Schleimhautschicht, wo Wasser und Seife sie nicht mehr erreichen.
Wie zeigt sich eine HPV-Infektion?
Für gewöhnlich gelingt es dem körpereigenen Abwehrsystem, HP-Viren erfolgreich zu bekämpfen. Daher verursacht eine HPV-Infektion oft keine Symptome und ist nur von recht kurzer Dauer: Mehr als die Hälfte der Fälle heilt auch ohne Behandlung innerhalb von sechs Monaten vollständig.
Mitunter macht sich eine HPV-Infektion aber doch bemerkbar. Welche Symptome dann auftreten, hängt vom jeweiligen Virustyp ab. Danach unterteilen Fachleute die HP-Viren in Hochrisiko- und Niedrigrisikotypen.
Hochrisikotypen: Potenziell tödlich
Anfangs verursachen Infektionen mit HPV-Hochrisikotypen normalerweise keine Symptome. Die Infektionen können aber fortbestehen. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass die Viren zunächst zu Zellveränderungen und Krebsvorstufen und schließlich zu Krebs führen. Dies kann an verschiedenen Körperstellen passieren.
Am häufigsten ist der Gebärmutterhals betroffen: Gebärmutterhalskrebs entsteht fast immer durch HPV. Bis es so weit ist, können jedoch 20 Jahre oder mehr vergehen. Bis sich der Krebs dann bemerkbar macht, kann es noch länger dauern: Wie die ursächliche HPV-Infektion löst auch Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium in der Regel keine Symptome aus.












