Bosch streicht 750 Jobs
Autozulieferer will weitere Stellen abbauen
05.11.2026 – 12:36 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutschlands Autobauer stecken im Umbruch. Das bekommen auch die Zulieferer zu spüren. Nun will sich das Unternehmen Bosch von Hunderten Beschäftigten trennen.
Der wankende Technologiekonzern Bosch will am Standort Abstatt in Baden-Württemberg nahe Heilbronn weitere 750 Arbeitsplätze abbauen. Die Streichung der Jobs in der einst boomenden Mobilitätssparte soll bis Ende 2029 vollzogen werden und möglichst sozialverträglich erfolgen. Das berichte Deutschlands führende Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“.
Zuvor hatten Autobauer wie VW, BWM und Mercedes einen massiven Stellenabbau angekündigt. Die Rückstellungen für Abfindungen überschreiten allein bei BMW die Milliardengrenze. Dort sind für Abgangswillige bis zu 650.000 Euro möglich. Der kriselnde Stuttgarter Autobauer Mercedes kündigte für Dezember ein neues Abfindungsprogramm an.
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Bosch hatte schon im Vorjahr einen massiven Stellenanbau angekündigt. Nun legt der Konzern in Abstatt nach. Schwierige konjunkturelle Rahmenbedingungen und der tiefgreifende Strukturwandel der Automobilindustrie wurden als Gründe für den weiteren Personalabbau am Standort genannt. „Die weltweite Fahrzeugproduktion stagniert, in Europa ist die Nachfrage sogar rückläufig. Zugleich wächst der Wettbewerbsdruck bei Kosten, Geschwindigkeit und Produktivität, insbesondere durch asiatische Anbieter.“
Mobilitätssparte besonders betroffen
Die Mobilitätssparte von Bosch ist innerhalb des Technologiekonzerns besonders von dem Arbeitsplatzabbau in Deutschland betroffen. Nach Angaben einer Sprecherin sollen hier in unterschiedlichen Zeiträumen bislang mehr als 23.000 Jobs wegfallen.
Im Zuge der Transformation im Automarkt verändere sich auch das Portfolio im Bremsenbereich seit einigen Jahren deutlich, die Nachfrage nach kosteneffizienten Lösungen steige stark, teilte das Unternehmen mit Blick auf Abstatt weiter mit. „Moderne integrierte Bremssysteme unterliegen einem deutlich stärkeren Preiswettbewerb und neue asiatische Anbieter drängen mit kostengünstigeren Lösungen immer stärker auf den europäischen Markt.“

In manchen Bereichen zeigen sich erste Erfolge. Innovationen wie elektronische Bremssysteme, bei denen die direkte mechanische oder hydraulische Verbindung zwischen dem Bremspedal und den Bremsen an den Rädern aufgehoben sei (Brake-by-Wire-Systeme), würden zunehmend zuerst mit chinesischen Kunden eingeführt und gemeinsam mit dem lokalen Bosch-Standort entwickelt. „Das führt dazu, dass in Abstatt weniger Kapazitäten nötig sind.“
Baden-Württemberg besonders betroffen
Das einstige Autobauerland Baden-Württemberg ist vom Umbruch in der Autoindustrie besonders betroffen. Mercedes schwächelt ebenso wie die VW-Tochter Porsche. Nun weitet sich die Branchenkrise auf die Zulieferer aus wie in Abstatt.
Insgesamt arbeiten an dem Bosch-Standort rund 5.300 Menschen. Der Geschäftsbereich Vehicle Motion entwickelt und vertreibt dort Bremssysteme, Fahrzeugbewegungssoftware, Insassenschutzsysteme sowie Fahrzeugsensorik. Der Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions, der die Fahrzeugelektronik, Sensoren und Software aus einer Hand entwickelt, und die Tochtergesellschaft Bosch Engineering GmbH sind von dem Personalabbau nicht betroffen.











