Verfassungsschutz berichtet
Mehr Extremisten in Deutschland – auch wegen AfD
Aktualisiert am 30.06.2026 – 11:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Verfassungsschutz meldet einen deutlichen Anstieg bei Rechtsextremen – und sieht auch im linken Lager neue Dynamik. Was hinter dem Zuwachs steckt.
Der Verfassungsschutz sieht bundesweit mehr Menschen mit extremistischen Einstellungen, vor allem im rechten Spektrum. Wie aus dem Jahresbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) hervorgeht, rechnete der Inlandsgeheimdienst im vergangenen Jahr 58.700 Menschen dem rechtsextremistischen Personenpotenzial zu – 8.450 mehr als im Jahr zuvor.
Dieser Zuwachs hängt größtenteils mit dem Mitgliederzuwachs der AfD zusammen, die vom BfV aktuell als Verdachtsfall beobachtet wird. Die Partei hatte im Oktober erklärt, sie habe nunmehr 70.000 Mitglieder. Von diesen seien etwa 28.000 Rechtsextremisten, schätzt der Verfassungsschutz.
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Dem linksextremistischen Spektrum ordnete das Bundesamt 2025 bundesweit 42.200 Menschen zu, nach rund 38.000 im Vorjahr. Die linksextremistische Szene gilt in Fachkreisen als besonders schwer zu durchdringen.
Spärliche Informationen trotz massiver Schäden
Wenig Erhellendes findet sich in dem Bericht beispielsweise in Bezug auf die Täterinnen und Täter, die hinter verschiedenen Anschlägen auf die Stromversorgung und die Bahninfrastruktur vermutet werden. So heißt es dort etwa: „Es lässt sich annehmen, dass sich hinter den „Vulkangruppen“ ein Netzwerk verbirgt.“ Dabei dürfte es sich um unterschiedliche Strukturen handeln, die den Namen „Vulkangruppe“ als eine Art „Label“ nutzten. „Verbindungen zwischen den einzelnen Strukturen sind nicht auszuschließen.“ Ideologisch ließen sich die Vulkangruppen dem gewaltorientierten anarchistischen Spektrum zuordnen.
Dass linksextremistische Gruppen aktuell Zulauf haben, sieht der Verfassungsschutz auch in Zusammenhang mit Entwicklungen im rechten Spektrum. So heißt es im Jahresbericht: „Aufgrund des von der Szene wahrgenommenen ‚Rechtsrucks‘ in der Gesellschaft ist davon auszugehen, dass der ‚militante Antifaschismus‘ seine wichtige Rolle behalten und es weiterhin zu einer Vielzahl von linksextremistisch motivierte Straf- und Gewalttaten in diesem Kontext kommen wird.“
Folgen von Krieg in der Ukraine und in Nahost
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat laut BfV nicht nur zu einer Zunahme von Spionage, Sabotage, Desinformation und Einflussoperationen durch Russland in Deutschland geführt, sondern auch den Linksextremismus befeuert – etwa wenn unter Berufung auf „antimilitaristische Gründe“ Straftaten begangen würden.
Der Nahostkonflikt habe 2025 erneut „ein hohes Mobilisierungspotenzial im islamistischen Spektrum“ erzeugt, stellt das Bundesamt fest. Insgesamt hätten sich Anhänger von Hamas und Hisbollah aber mit öffentlichkeitswirksamen Handlungen weitestgehend zurückgehalten.











