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Home » Was hilft bei Blasenentzündung wirklich und was nicht?
Gesundheit

Was hilft bei Blasenentzündung wirklich und was nicht?

By zeit-heute.deJuli 13, 20265 Mins Read
Was hilft bei Blasenentzündung wirklich und was nicht?
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Die besten Hausmittel

Blasenentzündung: Was wirklich hilft und was nicht


Aktualisiert am 13.07.2026 – 07:24 UhrLesedauer: 4 Min.

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Blasentees sind wichtige Hausmittel, die bei einer Zystitis helfen. (Quelle: Wavebreakmedia)

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Eine Blasenentzündung ist quälend. Zur Behandlung braucht es nicht immer Antibiotika. Welche Hausmittel bei milden Verläufen helfen.

Brennende Schmerzen beim Wasserlassen und unerträglicher Harndrang: Besonders Frauen kennen die unangenehmen Symptome einer Blasenentzündung. Antibiotika helfen gut, doch sie sind nicht immer notwendig. Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung können Hausmittel die Heilung begleiten. Bei schwereren Symptomen sollte man zum Arzt gehen.

Blasenentzündungen: bei Frauen ein häufiges Problem

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit bekommen rund 10 von 100 Frauen mindestens einmal im Jahr eine Blasenentzündung (Zystitis). Ein bedeutender Grund sind bei Frauen die anatomischen Gegebenheiten: Die weibliche Harnröhre ist gerade einmal vier Zentimeter lang. Die Länge der männlichen Harnröhre hingegen beträgt etwa 20 Zentimeter. Bei Frauen haben es Keime daher viel leichter, über die Harnröhre in die Blase zu gelangen.

Hinzu kommt, dass bei Frauen After und Harnröhrenausgang eng beieinanderliegen. Keime können den geringen Abstand leicht überwinden. Der häufigste Erreger bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen ist das im Darm natürlicherweise vorkommende Bakterium Escherichia coli.

Fünf Hausmittel bei unkomplizierten Blasenentzündungen

Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt in der Regel innerhalb von einer Woche aus – auch ohne Behandlung mit einem Antibiotikum. Die Heilung beziehungsweise die Symptomlinderung lässt sich mit Hausmitteln unterstützen:

  1. Ausreichend trinken: Der Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF) empfiehlt eine ausreichende Trinkmenge und häufige Blasenentleerungen, um Keime aus der Blase und der Harnröhre zu spülen. Spezielle Blasen- und Nierentees können das Spülen der Blase unterstützen. Die enthaltenen Pflanzen wie Birkenblätter, Goldrutenkraut, Schachtelhalmkraut und Bitterfenchel haben harntreibende, antibakterielle, krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften.
  2. Wärme: Eine Wärmflasche, ein warmes Bad oder eine Heizdecke wird bei einer entzündeten Blase oft als angenehm empfunden. Die Wärme kann unter Umständen die Verkrampfung der Blase lindern und dadurch den intensiven Harndrang sowie Schmerzen verbessern. Zudem unterstützt Wärme die natürliche Abwehrfunktion der Blase.
  3. Schmerzmittel: Sind Brennen und Harndrang intensiv, helfen Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol gegen die Beschwerden, bis die Erkrankung durch die körpereigene Abwehr abklingt. Die in der Packungsbeilage angegebene tägliche Höchstmenge sollte nicht überschritten werden.
  4. Bärentraubenblätter: Die Bärentraube ist eine Heilpflanze, die traditionell bei der Behandlung von Harnwegsinfektionen Anwendung findet. Die in der Pflanze enthaltenen Wirkstoffe sind antibakteriell, entzündungshemmend und harntreibend. In der „Patienteninformation Blasenentzündung“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) sind Bärentraubenblätter als mögliche Behandlungsoption von unkomplizierten, akuten Blasenentzündungen genannt. Achtung: Während der Schwangerschaft, in der Stillzeit und bei Nierenproblemen ist die Einnahme zu vermeiden.
  5. Cranberrys: Laut der Patientenleitlinie sind auch Cranberrys einen Versuch wert. Die in Cranberrys enthaltenen Proanthocyanidine können verhindern, dass sich Bakterien an den Schleimhäuten der Harnwege festsetzen. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass Cranberrys bei Blasenentzündungen helfen können – insbesondere bei Frauen mit wiederkehrenden Infektionen.

Was bei einer Blasenentzündung nicht hilft – fünf Fehler vermeiden

Fünf Fehler sollte man bei einer Blasenentzündung vermeiden:

  1. Zu viel trinken: Trinken ist empfohlen, um die Blase zu spülen. Aber Achtung: Übertreiben sollte man es nicht. Besonders Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten die vom Arzt empfohlene Trinkmenge nicht ohne Absprache erhöhen. Und auch bei Gesunden ist eine zu hohe Flüssigkeitszufuhr in kurzer Zeit ungesund: Wer innerhalb weniger Stunden mehr als sechs Liter Wasser trinkt, bringt den Salzhaushalt des Körpers durcheinander. Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Erbrechen können die Folge sein. Im Extremfall kann eine solche „Wasservergiftung“ sogar tödlich enden.
  2. Alkohol und Koffein: Getränke wie Kaffee und schwarzer Tee können die Blase reizen und die Beschwerden verstärken. Das gilt auch für Alkohol. Während der Akutphase daher verzichten. Besser zu Wasser und speziellen Blasentees greifen.
  3. Die Blase auskühlen lassen: Bei einer Blasenentzündung sollte die Blasen- und Nierengegend möglichst warm gehalten werden. Wärme unterstützt die natürliche Abwehrfunktion der Blase. Warme Unterwäsche und eine Wärmflasche tun gut. Kontraproduktiv wären Schwimmen, auf kaltem Untergrund sitzen oder nackt schlafen – auch im Sommer.
  4. Hausmittel in der Schwangerschaft ohne ärztliche Begleitung einnehmen: Schwangere sollten mit einer Blasenentzündung zur Sicherheit immer einen Gynäkologen aufsuchen und die Therapie gemeinsam mit ihm besprechen. Es gibt Hausmittel beziehungsweise pflanzliche Präparate, die in der Schwangerschaft zum Schutz des Ungeborenen nicht angewendet werden sollten, etwa die bereits erwähnten Bärentraubenblätter.
  5. Allein auf Hausmittel vertrauen: Verschlimmern sich die Beschwerden, sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, um zu verhindern, dass sich die Entzündung in die Nieren ausbreitet und eine Nierenbeckenentzündung entsteht. Bei schweren Verläufen braucht es ein wirksames Medikament.

Wann mit einer Blasenentzündung zum Arzt?

Klingen die Symptome der Blasenentzündung nach einer Woche nicht ab oder verschlimmern sich die Beschwerden unter der Behandlung mit Hausmitteln, sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Dann muss möglicherweise eine Therapie mit einem Antibiotikum erfolgen. Bei einer akuten Blasenentzündung ist eine antibiotische Therapie der Patientenleitlinie zufolge „sehr gut wirksam“.

Ein Antibiotikum kommt zur Anwendung, wenn die Symptome sehr quälend sind oder wenn die Gefahr besteht, dass sich die Entzündung der Blase ausbreitet – etwa auf die Nieren. Komplikationen bei einer Blasenentzündung sind selten, kommen aber vor. Eine verschleppte Infektion mit einem schweren Verlauf zeigt sich meist durch folgende Symptome:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Blut im Urin
  • möglicherweise eitriger Ausfluss
  • starke Schmerzen im Rücken oder in den Flanken (Nierenbeckenentzündung)
  • möglicherweise Übelkeit und Erbrechen

Bei diesen Symptomen sollten Betroffene unverzüglich eine Arztpraxis aufsuchen.

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