Bei Diabetes Typ 2
Abnehmmittel könnten das Risiko für Knochenbrüche senken
05.08.2026 – 09:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Diabetes kann Knochenbrüche begünstigen. Eine Studie legt nahe, dass GLP-1-Medikamente zum Schutz der Knochen beitragen könnten.
Diabetes Typ 2 ist häufig mit einer geringeren Knochenqualität verbunden. Auch aus diesem Grund können selbst harmlose Unfälle für Erkrankte zum Problem werden: Mitunter reicht bereits eine geringe Krafteinwirkung aus, um bei ihnen einen Bruch zu verursachen. Mediziner sprechen dann von einer Fragilitätsfraktur.
Um das Risiko für solche Brüche zu senken, wird Betroffenen unter anderem geraten, regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining zu betreiben, auf eine ausreichende Vitamin-D- und Calciumversorgung zu achten und Stürze möglichst zu vermeiden. Eine große Beobachtungsstudie liefert allerdings Hinweise darauf, dass auch bestimmte Medikamente bei der Vorbeugung helfen könnten: sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten. Diese Wirkstoffe wurden für die Behandlung von Diabetes entwickelt und werden alltagssprachlich oft als „Abnehmspritze“ bezeichnet.
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Weniger Brüche nach GLP-1-Behandlung
Die Untersuchung basiert auf Daten von 133.606 Erwachsenen zwischen 50 und 90 Jahren mit Typ-2-Diabetes. Jeder von ihnen hatte zwischen Anfang 2015 und Ende 2022 erstmals entweder einen GLP-1-Rezeptoragonisten oder einen sogenannten DPP-4-Hemmer erhalten, eine andere Gruppe Diabetesmittel.
Die Forscher beobachteten die Teilnehmer bis zu drei Jahre lang. In dieser Zeit fiel dem Team ein wichtiger Unterschied auf: Personen, die mit GLP-1-Rezeptoragonisten behandelt wurden, erlitten seltener Fragilitätsfrakturen als diejenigen, die andere Diabetesmittel erhalten hatten. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler war das Risiko für diese Art von Brüchen in der GLP-1-Gruppe insgesamt etwa 21 Prozent geringer. Genauer:
- Das Risiko für Wirbelkörperbrüche war etwa 32 Prozent niedriger.
- Das Risiko für Hüft- und Oberschenkelknochenbrüche war etwa 30 Prozent niedriger.
Das ließ sich im Übrigen nicht einfach darauf zurückführen, dass die Teilnehmenden mit den GLP-1-Medikamenten mehr Gewicht verloren oder ihre Blutzuckerwerte verbesserten: Der Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem diese Faktoren statistisch berücksichtigt worden waren. Das legt nahe, dass die GLP-1-Behandlung noch weitere Wirkungen haben könnte, die für die Knochen beziehungsweise das Sturzrisiko eine Rolle spielen könnten, etwa direkte Effekte auf den Knochenstoffwechsel. Ob die Medikamente die Knochen tatsächlich direkt schützen, und wenn ja, wie, kann die Untersuchung jedoch nicht klären. Dazu sind weitere Studien nötig.
Was heißt das für Betroffene?
Wer an Typ-2-Diabetes erkrankt ist und sich Sorgen um sein Knochenbruchrisiko macht, sollte dies mit seiner Ärztin oder seinem Arzt besprechen. Gemeinsam lässt sich klären, welche Maßnahmen im individuellen Fall sinnvoll sind – etwa Bewegung, Sturzprävention oder eine Überprüfung weiterer Risikofaktoren.
GLP-1-Medikamente werden nicht allein zum Schutz vor Knochenbrüchen verschrieben, sondern nur dann eingesetzt, wenn sie für die Behandlung des Diabetes oder anderer gesundheitlicher Ziele die passende Therapieoption darstellen. Die bisherigen Daten reichen noch nicht aus, um eine vorbeugende Wirkung auf Knochenbrüche eindeutig zu belegen. Ob GLP-1-Rezeptoragonisten tatsächlich einen direkten Schutz vor Fragilitätsfrakturen bieten können, müssen weitere gezielte klinische Studien zeigen.











