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Home » Warum der Tumor plötzlich streut
Gesundheit

Warum der Tumor plötzlich streut

By zeit-heute.deOktober 9, 20263 Mins Read
Warum der Tumor plötzlich streut
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Forscher über wichtigen Faktor

Brustkrebs: Warum ein Tumor plötzlich streut


Aktualisiert am 09.10.2026 – 07:14 UhrLesedauer: 3 Min.

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Krebszellen können ausgehend vom Primärtumor an andere Körperstellen streuen. Bei Brustkrebs sind das häufig die Knochen. (Quelle: Mohammed Haneefa Nizamudeen/getty-images-bilder)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Metastasen bei Brustkrebs bedeuten eine schlechte Prognose. Oft treten sie erst nach Jahren auf und wachsen dann rasant. Welcher Mechanismus dabei eine Rolle spielt, haben Forscher untersucht.

Etwa bei jeder fünften Frau mit Brustkrebs treten Metastasen auf. Das passiert häufig sogar erst nach Jahren, wenn man glaubt, die Krankheit sei schon besiegt. Aus medizinischer Sicht ist der Krebs in diesem Stadium nicht mehr heilbar.

Warum manche Krebszellen ihren Ursprungstumor verlassen und an anderen Körperstellen weiterwuchern, beschäftigt die Krebsforschung schon seit langer Zeit. Vermutet wird, dass ein komplexer molekularer, zellbiologischer Mechanismus dahintersteckt. Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), vom Helmholtz-Zentrum München, von der ETH Zürich und dem Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie haben versucht, ihn zu entschlüsseln.

Was sind Brustkrebsmetastasen?

Brustkrebsmetastasen sind Tochtergeschwulste, deren Zellen vom Gewebe ihres ursprünglichen Tumors stammen. Sie haben sich aus dessen Zellverbund gelöst und wandern über Blut- oder Lymphbahnen an andere Körperstellen. Am häufigsten streuen Brustkrebsmetastasen in die Knochen. Aber auch Organe wie Haut, Leber, Hirn oder Lunge können betroffen sein.

Streuende Krebszellen wechseln Identität

Die Wissenschaftler betrachteten einen speziellen Zellmechanismus, die sogenannte epithelial-mesenchymale Transition (EMT). Dadurch werden die an sich „sesshaften“ Krebszellen mobil, können zunächst in das umgebende Gewebe eindringen und schließlich über Blut- und Lymphbahnen in entfernte Organe transportiert werden.

Dabei wechseln die Krebszellen ihre Identität: von „epithelial“ zu „mesenchymal“ und umgekehrt. Zur Erklärung: Epithelzellen und Mesenchymzellen unterscheiden sich in ihrer Form und Funktion deutlich voneinander. Ein wesentliches Merkmal ist, dass Epithelzellen untereinander fest verknüpft sind, wohingegen Mesenchymzellen keine festen Zellverbindungen aufweisen und sich somit leichter aus dem Zellverband lösen und die Basalmembran der Epithelzellen durchdringen können.

Nicht alle Brustkrebszellen bilden Metastasen

In den Metastasen-Biopsien waren beide Arten von Krebszellen vorhanden. Doch nicht alle Brustkrebszellen führten zur Entstehung von Metastasen, wie anschließende Versuche zeigten. Nur diejenigen Krebszellen, die ihre ursprüngliche epitheliale Identität bewahrt hatten, konnten neue Metastasen bilden. Krebszellklone mit einem Verlust an epithelialen Merkmalen dagegen hatten ein reduziertes Metastasierungspotenzial.

„Es gibt unterschiedliche und manchmal widersprüchliche Daten über die Bedeutung des EMT-Mechanismus für die Metastasenbildung, die sich möglicherweise auch je nach Krebsart unterscheiden könnten“, erklärt Martin Sprick vom Heidelberger Forschungsteam. „Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass eine vollständige und irreversible EMT die klonale Ausbreitung der Krebszellen überraschenderweise einschränkt, während die epitheliale Identität der Krebszellen für die Ausbreitung der Krankheit absolut notwendig ist.“

Wie ist die Studie einzuordnen?

Die Erkenntnisse der Studie sind ein erster Schritt, um den Mechanismus, der hinter der Metastasenbildung steckt, besser zu erkennen. Ob sich daraus irgendwann einmal Therapien für metastasierenden Brustkrebs entwickeln, ist völlig unklar.

Dennoch sei es wichtig, den Ansatz weiterzuverfolgen, sagt Christina Scheel von der Dermatologischen Universitätsklinik Bochum. „Der Prozess des Metastasen-Wachstums ist besonders wichtig, da Krebserkrankungen grundsätzlich in diesem Stadium am schwierigsten zu behandeln sind.“

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