Steht Stress als ein möglicher Auslöser in Verdacht, sollte die Familie gemeinsam überlegen, wie sich der Stresspegel senken lässt und wie sich Pausen und Regenerationsphasen besser in den Alltag einbauen lassen. Auch Entspannungstechniken sind eine mögliche Option, im Alltag wieder mehr in die Ruhe und in den Ausgleich zu kommen.
Probleme mit den Kiefermuskeln, dem Kiefergelenk oder den Zähnen können das Tinnitus-Risiko ebenfalls erhöhen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind Kieferfehlstellungen sowie Zahnfehlstellungen keine Seltenheit. Ein Besuch beim Kieferorthopäden kann Hinweise geben. Finden Ärzte keine Ursachen für den Tinnitus, sprechen sie von idiopathischem Tinnitus.
Ein erstmalig auftretender Tinnitus gehört in ärztliche Behandlung, rät die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL). Neben der medizinischen Abklärung sei auch die Beratung durch den Arzt bedeutend. Für Betroffene sei es wichtig zu wissen, dass Tinnitus keine Krankheit und meist harmlos sei. Je weniger Betroffene den Geräuschen Beachtung schenken, desto weniger Raum nehmen sie ein und desto weniger beeinträchtigen sie das Leben.
Bis zu einer Dauer von drei Monaten handelt es sich um „akuten Tinnitus“. Besteht das Ohrgeräusch länger, ist der Tinnitus chronisch. Laut dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. wird bei normal hörenden Kindern und Jugendlichen der Tinnitus nur selten chronisch. Die Heilungschancen sowie die Spontanheilungsrate seien hoch. Ebenso kämen junge Patienten in der Regel gut mit den Ohrgeräuschen zurecht.
Schränken die Ohrgeräusche die Lebensqualität ein und haben sie beispielsweise Konzentrationsstörungen in der Schule oder Einschlafprobleme zur Folge, kann eine Verhaltenstherapie die betroffenen Kinder und Jugendliche unterstützen. Die psychologische Begleitung hilft, besser mit den Ohrgeräuschen umzugehen. Es werden Bewältigungsstrategien entwickelt, welche das Gefühl von Selbstwirksamkeit unterstützen. Die Betroffenen fühlen sich den Geräuschen nicht mehr ausgeliefert, sondern haben das Gefühl, aktiv etwas zur Linderung beisteuern zu können.












