Tankrabatt verpufft
Sprit schon wieder teurer
Aktualisiert am 05.10.2026 – 16:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Erst sanken die Preise an den Zapfsäulen deutlich, doch wenige Tage später müssen Autofahrer wieder mehr zahlen. Ein Teil der steuerlichen Entlastung ist damit bereits wieder verloren gegangen.
Laut aktuellen Daten des ADAC kostete ein Liter Super E10 am Sonntag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,137 Euro. Das entspricht einem Anstieg um 2,3 Cent gegenüber Donnerstag, dem Tag, an dem der Rabatt in Kraft trat. Bei der Sorte Diesel kletterte der Preis im selben Zeitraum um 0,9 Cent auf einen Durchschnittswert von 2,253 Euro pro Liter.
Kein Grund für Preisanstieg erkennbar
Der ADAC bewertet diese Entwicklung kritisch. Zwar habe die Energiesteuersenkung zunächst zu einem spürbaren Preisrückgang geführt, doch die Entlastung schmilzt nun rasch wieder zusammen. Für den erneuten Preisanstieg bei Super E10 gibt es laut dem Verkehrsclub keine offensichtliche wirtschaftliche Erklärung, da sich die Rohölpreise und der Euro-Dollar-Wechselkurs im fraglichen Zeitraum kaum verändert haben.
- Neuer Tankrabatt: Blind für die Wahrheit
Besonders deutlich zeigt sich die Verteuerung beim morgendlichen Preistief direkt vor dem üblichen Mittagsanstieg. Während am Donnerstag viele Tankstellen E10 zeitweise für unter zwei Euro anboten, blieb die Suche danach am Montagmorgen vielerorts erfolglos. In Berlin, Hamburg und Stuttgart verzeichnete die ADAC-App kurz vor Mittag kein einziges Angebot mehr unter der Zwei-Euro-Marke.
Lediglich in Leipzig und Köln gab es vereinzelte Ausnahmen. In München bot nur noch jede dritte Tankstelle diesen Preis an – am Donnerstag war es noch jede zweite. Daten des Portals „Tankerkönig” bestätigen, dass das bundesweite Preisniveau seit Donnerstagvormittag kontinuierlich steigt. Diese Beobachtung begleitete bereits frühere staatliche Eingriffe.
Entlastung bleibt bei den Konzernen
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) kündigte zwar an, die Steuersenkung ab dem 1. Oktober um Mitternacht ohne Einschränkungen weiterzugeben – unabhängig davon, ob alte, teurer eingekaufte Bestände noch in den Tankstellen lagern. Als Referenz nannte der Verband die Entlastungen im Mai und Juni.
- Zehn TÜV-Tipps: So sparen Sie sofort Sprit
Verbraucherschützer und Wirtschaftsforscher kommen in ihren Analysen jedoch regelmäßig zu anderen Ergebnissen. Sie bemängeln, dass ein erheblicher Teil solcher Steuerentlastungen auf Basis historischer Daten nicht beim Endverbraucher ankommt, sondern in den Margen der Mineralölkonzerne verbleibt.
Die Preisfalle zur Mittagszeit
Auch die falsche Uhrzeit treibt die Kosten für manchen Autofahrer nach oben. Eine Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen zeigt extreme Preissprünge innerhalb eines Tages. Hinter diesen Ausschlägen steckt eine staatliche Preisregel, das sogenannte Österreich-Modell. Seit dessen Einführung dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch ein einziges Mal am Tag erhöhen: pünktlich um 12 Uhr mittags. Danach sind bis zum nächsten Tag nur noch Preissenkungen oder gleichbleibende Tarife erlaubt. Auf diese Vorgabe reagieren die Mineralölkonzerne mit massiven Risikoaufschlägen.
Am günstigsten ist das Tanken laut dem Verkehrsclub deshalb erst am späten Nachmittag. Denn nach dem großen Sprung um 12 Uhr sinken die Preise kontinuierlich. Bereits ab 17.30 Uhr liegen die Preise wieder unter dem Tagesdurchschnitt. Billig ist das Tanken dann noch immer nicht. Aber immerhin etwas weniger teuer.










