Bis ins Schwarze Meer
Dresdner Extremsportler durchschwimmt komplette Donau
02.09.2026 – 19:01 UhrLesedauer: 2 Min.
2.850 Kilometer in 60 Tagen: Joseph Heß hat die gesamte Donau von der Quelle bis zur Mündung durchschwommen. Zwischendurch trieb er vorbei an versunkenen Kriegswracks.
Der Dresdner Extremschwimmer Joseph Heß hat die gesamte Donau durchschwommen. Der 39-Jährige hat damit rund 2.850 Kilometer zurückgelegt – von der Quelle in Donaueschingen bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Am Dienstag erreichte er nach knapp 60 Tagen sein Ziel im rumänischen Sulina, wie sein Team mitteilte.
Heß schwamm dabei durch zehn Länder und vier Hauptstädte: Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad. Täglich stieg er gegen 8 Uhr ins Wasser und kraulte bis zu elf Stunden am Stück, begleitet von einem Kajakfahrer.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Die Donau ist nicht der erste große Fluss, den Heß komplett durchschwommen hat. 2017 bewältigte er die Elbe, 2022 den Rhein in Rekordzeit über 1.235 Kilometer. 2024 umrundete er den Bodensee schwimmend in fünf Tagen – schneller als jeder vor ihm. Die Donau war mit Abstand sein längstes Projekt.
„Bin erst einmal froh, dass es vorbei ist“
„Es war schön, aber jetzt bin ich auch erst einmal froh, dass es vorbei ist. Ich freue mich auf meine Familie zu Hause“, bekannte Heß. „Ich habe täglich meine Schultern gemerkt und bekomme eben die Arme kaum noch über den Kopf, aber sonst geht es mir sehr gut. Zum Glück bin ich unterwegs nicht krank geworden.“
Nach Angaben seines Begleitteams ging es die letzten Tage auch an der rumänisch-ukrainischen Grenze entlang. Handelsschiffe seien mit Netzen gegen Drohnenangriffe geschützt worden, man habe zerstörte Industrieanlagen und Explosionen aus der Ferne mitbekommen. Heß wurde von dem Filmemacher Markus Weinberg begleitet.

„Wir haben gleichzeitig dokumentiert, wie sich Niedrigwasser, Umweltverschmutzung, Schifffahrt, Geschichte und Klimafolgen entlang eins ganzen europäischen Flusses begegnen“, erklärte Weinberg.
Erste Mikroplastik-Kartierung der gesamten Donau
Heß schwamm durch Wien, Bratislava, Budapest und Belgrad und durch das spektakuläre Eiserne Tor – ein etwa 100 Kilometer langes Tal in den Karpaten. „Historisch niedrige Wasserstände ließen Seitenarme austrocknen, Sandbänke und Inseln entstehen. Bei Prahovo tauchten deutsche Kriegsschiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Donau“, hieß es. Die Passage in Belgrad sei durch starke Abwasserbelastung zum Gesundheitsrisiko geworden. Das Team schrieb von einem „Fluss im Ausnahmezustand“.
Entlang der gesamten Strecke wurden nach wissenschaftlichen Vorgaben regelmäßig Wasserproben genommen. Aus den Daten soll eine Mikroplastik-Kartierung der Donau entstehen, hieß es weiter. Erste Auswertungen würden keine gleichmäßige Belastung, sondern einzelne Hotspots zeigen – unter anderem im Umfeld von Kläranlagen und Nebenflüssen. Die vollständige wissenschaftliche Auswertung folge nach der Expedition.











