Schadenfreiheitsklasse
So sparen Sie bei der Versicherung für Fahranfänger
Aktualisiert am 16.04.2026 – 13:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Autoversicherer stufen Anfänger in der Kfz-Versicherung in die höchste Schadenfreiheitsklasse ein. Gibt es trotzdem günstige Versicherungen?
Egal, ob man mit 18 den Führerschein macht oder mit 28: Kfz-Versicherungen für Fahranfänger sind teuer. Denn statistisch gesehen verursachen Anfänger mehr Unfälle. Deshalb stufen sie Autoversicherer in der Regel in der höchsten Schadenfreiheitsklasse ein, was die Tarife für sie kostspieliger macht.
Doch es gibt eine ganze Reihe Tricks und Kniffe, mithilfe derer man die Kosten senken kann. Stiftung Warentest und das Ratgeberportal Finanztip teilen ihre wichtigsten Tipps:
Lieber als Zweitwagen versichern
Eine Möglichkeit: Die Eltern versichern das Auto des Fahranfängers als Zweitwagen. Das ist oft günstiger, als den Wagen auf den Namen des Führerscheinneulings zu versichern. Hat der Anfänger mit dem Auto einen Unfall, erhöht sich in der Regel nur der Zweitautotarif, nicht der des Erstautos. Der Vorteil dieser Methode: begrenztes Risiko, aber bis zu 40 Prozent Ersparnis.
Der Nachteil
Beabsichtigt der Fahranfänger, später sein eigenes Auto anzumelden, könnte es sein, dass die Versicherung ihn in der teuersten Schadenfreiheitsklasse einstuft.
„Elternregelung“ kann Geld sparen
Wenn keine Fahrerfahrung vorliegt, fängt man als Versicherter in der Regel in der Klasse 0 an. Erkundigt man sich beim Versicherer der Eltern, bietet der oft bessere Sonderkonditionen an. Je nach Versicherer kann man die Schadenfreiheitsklasse 1/2 oder besser bekommen und arbeitet schon – durch unfallfreies Fahren – für den eigenen Vertrag.
Führerschein mit 17 bietet großen Vorteil
Das Fahren mit Begleitung bringt erhebliche Ersparnisse, vor allem im ersten Jahr des eigenen Führerscheins. Dass der Anfänger mehr Fahrsicherheit erlangt, ist ein wichtiger Zusatzeffekt.
Das muss die Begleitperson beachten
Die Begleitperson darf zum Zeitpunkt der Beantragung laut ADAC nicht mehr als einen Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg haben, muss seit fünf Jahren die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzen und darf den Fahranfänger nicht unter dem Einfluss von Alkohol (0,5-Promille-Grenze) oder Rauschmittel begleiten.
Vorteil durch Führerscheine ab 16 Jahren
Wurde die erste Fahrerlaubnis für einen Roller, ein Leichtkraftrad (50 bis 125 ccm) oder auch den Trecker für den landwirtschaftlichen Betrieb schon mit 16 erworben, nimmt der Versicherer an, dass der jeweilige Fahrer mehr Fahrpraxis besitzt. Genau das sorgt dann für einen günstigeren Versicherungstarif bei der Autoversicherung.
Das bringt ein Telematik-Tarif
Bei Telematik-Tarifen wird mittels GPS etwa Geschwindigkeit, Bremsverhalten, Kurvenverhalten oder Tageszeit gemessen – im Prinzip alles, was das Unfallrisiko beeinflusst. Die Daten werden an einen Dienstleister übermittelt, der sie zusammenfasst und dann an den Autoversicherer des Fahrers weitergibt.
Bis zu 30 Prozent Ersparnis sind möglich. In Bezug auf Datenschutz muss man hier erwähnen, dass im Falle eines Unfalls mit Verdacht auf grobe Fahrlässigkeit die Polizei die Telematik-Daten verwerten will. Auch bei Straftaten, bei denen Polizei und Staatsanwaltschaft ein berechtigtes Interesse an den Daten nachweisen können, werden Daten weitergegeben.
Auf das erste „richtige Auto“ für Fahranfänger achten
Das Typklassenverzeichnis des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für die Kfz-Versicherung spiegelt die Schadenhäufigkeit eines Modells wider. Typische Anfängerautos, die auch wegen des günstigen Preises populär sind, wie VW Polo, Opel Corsa oder Renault Clio sind dort höher eingestuft und deshalb bei der Versicherung kostspieliger. Andere Modelle sind vielleicht teurer in der Anschaffung, aber günstiger im Versicherungsschutz.












