Zusätzlicher Effekt
Warum die Abnehmspritze auch Herzpatienten nützt
04.06.2026 – 08:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Millionen Menschen in Deutschland sind übergewichtig – mit Folgen fürs Herz. Ein bekanntes Medikament könnte gleich zwei Probleme auf einmal lösen.
Übergewicht belastet die Gelenke und wirkt sich über den Stoffwechsel auch auf fast alle Organsysteme aus. Die sogenannte Abnehmspritze könnte daher auch Herzpatienten zugutekommen, wie die Deutsche Herzstiftung erklärt. Denn Studien legen nahe, dass die Medikamente Betroffenen beim Gewichtsverlust helfen und gleichzeitig auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und einen frühen Tod senken können.
Mehr als nur Gewichtsverlust
Wirkstoffe wie Semaglutid und Tirzepatid gehören zur Gruppe der sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten. Sie wurden ursprünglich für Menschen mit Typ-2-Diabetes entwickelt, weil sie den Blutzuckerspiegel senken. Heute setzen Ärzte sie zunehmend auch zur Behandlung von Übergewicht ein.
Nach Angaben der Deutschen Adipositas-Gesellschaft sind in Deutschland 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig. Für viele Betroffene könnten die Medikamente daher eine wichtige neue Behandlungsoption sein. Laut Studien lässt sich das Körpergewicht je nach Wirkstoff und Dosierung innerhalb eines Jahres um etwa 10 bis 20 Prozent reduzieren.
Davon profitiert auch das Herz. Denn mit sinkendem Gewicht verbessern sich oft wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu gehören erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte sowie Bluthochdruck.
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Warum die Medikamente das Herz schützen könnten
GLP-1 steht für „Glucagon-like Peptid-1“. Dabei handelt es sich um ein körpereigenes Hormon, das im Darm produziert wird. Es regt die Bauchspeicheldrüse an, mehr Insulin auszuschütten, wodurch der Blutzucker sinkt. Gleichzeitig bleibt die Nahrung länger im Magen, das Sättigungsgefühl hält länger an und der Appetit nimmt ab.
Forscher vermuten inzwischen, dass die positiven Effekte auf das Herz nicht allein durch die Gewichtsabnahme entstehen. Studien deuten darauf hin, dass die Medikamente auch Entzündungen im Körper verringern und direkt auf die Blutgefäße wirken könnten.
Besonders interessant ist das für Menschen mit einer sogenannten metabolischen Herzschwäche. Dabei führen Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und erhöhte Blutzuckerwerte gemeinsam zu einer Belastung des Herzens.
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Therapie mit Nebenwirkungen
Allerdings kann der Gebrauch der Abnehmspritzen auch unerwünschte Effekte mit sich bringen, vor allem in den ersten Monaten: Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen sowie Durchfall oder Verstopfung. Seltener treten Probleme an der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenblase auf.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Mit dem Gewichtsverlust nimmt häufig auch die Muskelmasse ab. Fachleute empfehlen deshalb begleitend regelmäßiges Krafttraining und ausreichend Bewegung.
