Neue Studie enthüllt

Langsameres Gehen im Alter dient einem wichtigen Zweck


26.06.2026 – 11:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Spaziergang im Park (Symbolbild): Mit zunehmendem Alter werden die Schritte beim Gehen oft kürzer und langsamer. (Quelle: monkeybusinessimages/getty-images-bilder)

Dass sich der Gang im Alter verlangsamt, gilt gemeinhin als Zeichen von Schwäche. Tatsächlich könnte es sich jedoch um einen Schutzmechanismus handeln.

Eine Beobachtungsstudie aus Australien hat eine neue Erklärung dafür geliefert, warum viele ältere Menschen langsamer gehen: Mit dem Alter kommt es im Bereich des Sprunggelenks zu Veränderungen, die das Gelenk stabilisieren. Das kann altersbedingte Defizite wie eine verminderte Eigenwahrnehmung ausgleichen und somit das Gehen sicherer machen – aber auch anstrengender.

Schon gewusst?

Das Sprunggelenk spielt eine wichtige Rolle für die Stabilität und den Antrieb beim Gehen. Es verbindet die Unterschenkelknochen mit den Fußknochen und besteht aus einem oberen und einem unteren Teil: Das obere Sprunggelenk ermöglicht es, den Fuß nach oben, nach unten und auch ein wenig zur Seite zu bewegen. Das weniger bewegliche untere Sprunggelenk erlaubt ein leichtes seitliches Kippen des Fußes sowie ein Schwenken nach innen und außen.

Studie umfasst junge bis alte Erwachsene

An der Studie nahmen 107 gesunde, körperlich leistungsfähige Menschen im Alter von 26 bis 86 Jahren teil. Das Forschungsteam analysierte deren Bewegungsabläufe beim Gehen auf ebenem Boden, wobei die teilnehmenden Personen ihr Gehtempo selbst bestimmten, sowie die Muskelaktivität im Bereich des Sprunggelenks.

Gelenk stabiler, aber Fortbewegung ineffizienter

Die Analyse ergab: Bei älteren Erwachsenen verändern sich die Mechanik des Sprunggelenks und die Muskelaktivität beim Gehen in solcher Weise, dass das Gelenk versteift. Dank dieser Versteifung verbessert sich die Balance, wenn der Fuß auf dem Boden aufsetzt.

Gleichzeitig beeinträchtigt das steifere Sprunggelenk jedoch die Antriebskraft beim Gehen, sodass die Muskeln im Alter zur Fortbewegung härter arbeiten müssen. Diese Veränderungen sind wahrscheinlich mitverantwortlich dafür, dass ältere Menschen häufig langsamer gehen, schneller ermüden und ein erhöhtes Sturzrisiko haben. Denn:

  • Die verminderte Abstoßkraft beim Gehen führt zu kürzeren Schritten und einer geringeren Gehgeschwindigkeit.
  • Die größere Anstrengung beim Gehen ist auf Dauer ermüdend und erschwert die Bewältigung längerer Strecken.
  • Beim Stolpern oder Ausrutschen sind schnelle Korrekturbewegungen erschwert, wodurch das Sturzrisiko vor allem auf unebenem Untergrund steigt.

Sturzprävention bleibt wichtig

Die Studienergebnisse legen nahe, dass sich die körpereigene Strategie zur Bewegungssteuerung im Alter ändert: Anstelle einer effizienten Fortbewegung steht dabei die Gelenkstabilisierung im Vordergrund.

Um möglichst lange gut zu Fuß zu bleiben, empfiehlt es sich daher, frühzeitig etwas dafür zu tun. Das heißt vor allem: sich regelmäßig bewegen. Neben Krafttraining sind dabei auch Übungen zur Förderung des Gleichgewichts, der Koordination und des Muskelzusammenspiels wichtig: Das mindert das Sturzrisiko.

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