Beschwerden am Gesäß

Vergrößerte Hämorrhoiden: Welche Komplikationen sind möglich?


Aktualisiert am 26.06.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Mann mit Toilettenpapier in der Hand vor dem WC: Hämorrhoiden können zu verschiedenen Beschwerden führen. (Quelle: Rattankun Thongbun/getty-images-bilder)

Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Zum Problem werden die abdichtenden Gefäßpolster am Po erst dann, wenn sie sich krankhaft vergrößern.

Hämorrhoiden übernehmen am Gesäß eine unverzichtbare Aufgabe: Sie dichten zusammen mit dem Schließmuskel des Afters den Darm nach außen hin ab. So können weder Gase noch Stuhl ungewollt austreten. Die mit Blut gefüllten Gefäßpolster verrichten ihre Arbeit unbemerkt. Auffällig werden sie dann, wenn sie sich krankhaft vergrößern. Unbehandelt kann es zu unangenehmen Komplikationen kommen.

Vergrößerte Hämorrhoiden – ein Volksleiden

Für die Darmentleerung schwellen die mit Blut gefüllten Hämorrhoiden ab und der Schließmuskel entspannt sich. Der Stuhl kann abgesetzt werden. Anschließend fließt das Blut wieder in die Gefäßpolster zurück und der Schließmuskel spannt sich an. Der Darm ist wieder verschlossen. Allerdings funktioniert der Gang auf die Toilette nicht bei jedem Menschen so reibungslos.

Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zufolge führen vergrößerte Hämorrhoiden bei mehr als der Hälfte aller Erwachsenen im Laufe des Lebens zu Beschwerden. Etwa vier von 100 Erwachsenen sind in Deutschland jährlich wegen vergrößerter Hämorrhoiden in ärztlicher Behandlung.

Die vier Stadien eines Hämorrhoidalleidens

Ärzte unterscheiden vier Schweregrade vergrößerter Hämorrhoiden:

  • Grad 1: Die Gefäßpolster sind nur leicht vergrößert.
  • Grad 2: Die Gefäßpolster sind stärker vergrößert und können beim Stuhlgang herausrutschen. Sie ziehen sich von selbst wieder in den Darm zurück.
  • Grad 3: Die Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang oder körperlicher Anstrengung aus dem After heraus – und ziehen sich nicht von selbst wieder zurück. Von Hand können sie zurückgeschoben werden.
  • Grad 4: Die Hämorrhoiden treten dauerhaft aus dem After heraus und können nicht zurückgeschoben werden. Möglicherweise ragt ein Stück Analschleimhaut mit heraus (Analprolaps).

Heilen Hämorrhoiden von selbst?

Einmal vergrößerte Hämorrhoiden bilden sich nicht von selbst wieder zurück. Mit zunehmendem Verlauf verstärken sich die Beschwerden. Wer umgangssprachlich von Hämorrhoiden spricht, meint meist die unangenehmen Symptome, die mit einem Hämorrhoidalleiden verbunden sind. Zu den häufigen Symptomen gehören:

  • schmerzlose, hellrote Blutungen – meist auf dem Toilettenpapier sichtbar
  • Juckreiz am After
  • Brennen
  • Nässen
  • Druck- oder Fremdkörpergefühl im Afterbereich
  • Gefühl unvollständiger Darmentleerung nach dem Toilettengang

Komplikationen bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden

Schreitet die Vergrößerung der Hämorrhoiden weiter fort, können die Symptome belastender werden. Auch das Risiko für Komplikationen steigt. Nicht nur, dass oftmals unbeabsichtigt geringe Mengen Schleim oder Stuhl abgehen. Viele Betroffene berichten zudem von zunehmenden Schmerzen und weiteren Beschwerden.

Zu den möglichen Komplikationen vergrößerter Hämorrhoiden gehören:

  • Entzündungen am Po (Analekzem)
  • starke Blutungen
  • aus dem Analkanal herausgetretene Hämorrhoiden (Prolaps)
  • Analvenenthrombose
  • Analfissuren

Entzündungen am Po (Analekzem)

Vergrößerte Hämorrhoiden können Entzündungen verursachen. Blutungen und Nässen bilden ein feuchtes Milieu, welches Entzündungsprozesse befeuert. Auch Verletzungen durch juckreizbedingtes Kratzen, Toilettenpapier und Pressen können Entzündungen fördern. Da auch die Analhygiene bei vergrößerten Gefäßpolstern am Po oft erschwert ist und im fortgeschrittenen Verlauf ungewollt Stuhl und Schleim abgehen können, steigt das Infektionsrisiko zusätzlich. Das Analekzem ist durch starken Juckreiz, Nässen, Brennen, Schorf- und Bläschenbildung bis hin zu Eiterabszessen gekennzeichnet.

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