Bösartiger Tumor
Fünf Warnsignale für Prostatakrebs
Aktualisiert am 26.06.2026 – 07:35 UhrLesedauer: 3 Min.
Jährlich erkranken in Deutschland rund 66.000 Männer an Prostatakrebs. Meist sind die Heilungschancen gut. Welche Warnsignale Männer kennen sollten.
Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Ein hohes Lebensalter ist einer der Hauptrisikofaktoren. Ab 55 Jahren steigt das Risiko, an einem bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse zu erkranken. Welche Warnsignale Männer erst nehmen sollten, weiß die Krebsexpertin Dr. Susanne Weg-Remers.
Was ist Prostatakrebs?
Prostatakrebs, auch Prostatakarzinom genannt, kann in verschiedenen Bereichen der Vorsteherdrüse entstehen. Bei den meisten Betroffenen bildet sich der bösartige Tumor in der äußeren Zone der Prostata. Entwickelt er sich aus den Drüsenzellen des Organs, was bei den meisten Prostatatumoren der Fall ist, sprechen Fachleute von einem Adenokarzinom.
„Im Verlauf des Lebens muss einer von sieben Männern damit rechnen, an Prostatakrebs zu erkranken. Bei Männern unter 50 Jahren ist Prostatakrebs selten. Im Jahr 2020 waren Betroffene zum Zeitpunkt der Diagnose im Mittel 71 Jahre alt“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Insbesondere bei Männern im höheren Alter verläuft die Erkrankung jedoch vergleichsweise wenig aggressiv.
Zur Person
Frau Dr. Susanne Weg-Remers ist Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Nach ihrem Abschluss hat sie in der Inneren Medizin sowie in der klinischen und Grundlagenforschung für Krebs gearbeitet.
Die bedeutendsten Risikofaktoren für Prostatakrebs
Zu den bedeutendsten Risikofaktoren für Prostatakrebs gehören:
- Alter: Je älter Männer werden, desto höher ist das Risiko für Prostatakrebs. Das Alter ist der größte Risikofaktor für ein Prostatakarzinom.
- Veranlagung: Männer, deren Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt ist, haben selbst ein etwas höheres Risiko, zu erkranken: Ist der Vater betroffen, steigt das Risiko auf das Doppelte. Bei einem Bruder mit Prostatakrebs ist es bis zu dreimal so hoch wie in der übrigen männlichen Bevölkerung. Sind mehrere Verwandte betroffen, ist das Risiko nochmals höher.
- Testosteron: Das vor allem in den Hoden gebildete männliche Sexualhormon Testosteron fördert die Entwicklung von Prostatakrebs. Männer, die in jungen Jahren einen Hodenverlust erlitten haben, erkranken nur sehr selten an Prostatakrebs.
- Abstammung: Schwarze Männer sind etwas häufiger von Prostatakrebs betroffen als Männer mit einer anderen Hautfarbe.
- Vitamin E: Nahrungsergänzungsmittel mit hohen Dosen an Vitamin E erhöhen nachweislich das Risiko für Prostatakrebs, wenn sie jahrelang eingenommen werden.
„Ebenso wirken sich Alkohol und Rauchen generell ungünstig auf das Krebsrisiko aus“, sagt Weg-Remers. „Eine gesunde Ernährung ist empfehlenswert, um das Krebsrisiko zu senken. Fettleibigkeit, Übergewicht und ein vermehrter Konsum von rotem Fleisch können laut einem Bericht des World Cancer Research Fund das Risiko erhöhen, an Prostatakrebs zu erkranken.“
Frühe Diagnose kann die Heilungschancen erhöhen
Ab 45 Jahren können Männer einmal im Jahr die Früherkennung auf Krebserkrankungen von Prostata und Genitalbereich wahrnehmen. Dabei werden die äußeren Geschlechtsorgane und die örtlichen Lymphknoten abgetastet, aber auch die Prostata über den Enddarm. Über die Tastuntersuchung können allerdings nur Tumoren erkannt werden, die an der dem Darm zugewandten Seite der Prostata wachsen und die größer als ein Zentimeter sind. Frühe und damit sehr kleine Tumore können über die Tastuntersuchung nicht erfasst werden. Studien zeigen, dass sich die Heilungschancen dadurch nicht verbessern.
