Wacken Open Air
Security lässt Anti-AfD-Patches entfernen – Veranstalter reagieren
04.08.2026 – 05:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Pride-Bandana, ein Anti-AfD-Patch: Auf dem Wacken Open Air kam es zu mehreren Vorfällen. Jetzt zieht das Festival Konsequenzen.
Mit einem ungewöhnlich ausführlichen Statement hat sich das Wacken Open Air am späten Mongtagabend über Instagram zu Vorwürfen geäußert, wonach Festivalbesucher wegen ihrer Kleidung Probleme mit der Security bekommen hätten. Man habe Kenntnis davon, dass Gästen der Zutritt verweigert worden sei, weil sie erkennbar gegen Rechtsextremismus gerichtete Patches, Flaggen oder Shirts trugen oder Symbole, die für Vielfalt stehen, so die Veranstalter. Solche Handlungen seien „zu keinem Zeitpunkt“ im Sinne des Festivals gewesen; man stehe für Weltoffenheit, Toleranz und Meinungsfreiheit und trete Rechtsextremismus „entschieden entgegen“.
Zu den Fällen, auf die sich das Statement bezieht, zählt unter anderem der einer lesbischen Besucherin, die in einem viel diskutierten Reddit-Beitrag schilderte, wie sie ihren „FCK AFD“-Aufnäher am Einlass selbst habe entfernen müssen, weil sie eine Band sehen wollte. Ihr Fazit: Als queere Person fühlte sie sich beim Festival nicht mehr sicher, das Wacken Open Ait habe sichtlich ein Problem mit Homophobie, Transphobie und Faschismus, schrieb sie. Sie kündigte an, dem Festival 2027 fernzubleiben. Auch eine 50-jährige Teilnehmerin berichtete von einem ähnlichen Vorfall: Ein Security-Mitarbeiter habe ihr das Tragen eines Regenbogen-Bandanas zunächst untersagt, ein Bereichsleiter habe die Entscheidung später korrigiert.
Sicherheitsmitarbeiter mit rechtsextremen Erkennungszeichen?
Dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelte, hatte Veranstaltungsleiter Daniel Schlatter bereits dem „Hamburger Abendblatt“ bestätigt. Ursache sei eine unzureichende Schulung der eingesetzten Sicherheitskräfte gewesen. „Dass da Patches weggenommen worden sind, war nicht richtig, ist aber passiert“, so Schlatter. Im aktuellen Instagram-Statement erklärten die Veranstalter, bereits vor Tagen ein Maßnahmenpaket beschlossen zu haben, das eine klare interne Anweisung, zusätzliche Schulungen sowie ein Awareness-Team an Einlässen und Übergängen als Ansprechpartner umfasse. Betroffene könnten sich zudem per Mail an [email protected] wenden.
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Brisant wirken die Vorwürfe insbesondere durch Berichte über Vorfälle im direkten Publikumsbereich: Beim Auftritt der Band Mr. Hurley sollen Ordner Zuschauer aufgefordert haben, Regenbogenfahnen und Patches linksorientierter Bands abzulegen. Das Portal Festivalstalker, das nach ersten Hinweisen weiter recherchierte, berichtet zudem von Schilderungen, wonach unter den eingesetzten Sicherheitskräften selbst rechtsextreme Erkennungszeichen wie die sogenannte schwarze Sonne zu sehen gewesen seien. Ein Vorwurf, zu dem sich die Wacken-Crew bislang nicht öffentlich geäußert hat.
Die Debatte reiht sich in eine Serie ähnlicher Fälle der vergangenen Wochen: Erst kürzlich hatte ein Sicherheitsteam der Hamburger Europa Passage zwei CSD-Demonstrationsteilnehmenden wegen einer Pride-Flagge und eines Demoplakats den Zutritt verwehrt; das Center-Management bestritt später eine entsprechende Anweisung. Beim Wacken Open Air selbst war im vergangenen Jahr noch die Polizei mit einer Regenbogenflagge auf dem Gelände unterwegs gewesen.











