Und die Rally könnte sogar noch weitergehen. Die US-Investmentbank J.P. Morgan traut dem US-Aktienmarkt noch viel zu. Bis Mitte 2027 könnte der S&P 500 auf 9.000 Punkte steigen – ein sattes Plus von gut 20 Prozent. Das ist zwar nicht das Basisszenario der Bank, aber durchaus im Bereich des Möglichen. Der entscheidende Treiber werde weiterhin KI sein und ihre deutlich breitere wirtschaftliche Nutzung.
KI ist das alles bestimmende Thema
Alles hängt also von der nächsten Phase der KI-Revolution ab. Schon heute sehen wir eine klare KI-Rally. Es sind nur einige wenige Werte, die für neue Rekorde der Indizes sorgen. Im Grunde sind es die „Magnificent Seven“, die sieben großen Technologiekonzerne. Sie und drei weitere Werte machen stolze 41 Prozent des S&P 500 aus. Ein einziger davon, nämlich der Chipkonzern Nvidia, kommt sogar auf ein Gewicht von gut acht Prozent. Die Aktie steht auch für 20 Prozent des Gewinns, den der S&P 500 seit Jahresbeginn aufs Parkett gezaubert hat. Auch das zeigt: KI ist das alles bestimmende Thema. Solange die Investoren an die KI-Story glauben, ist alles gut.
Es bleibt aber die Sorge um die Inflation. Steigende Preise belasten den privaten Konsum, der entscheidend ist für das amerikanische Wirtschaftswachstum. Anleger blenden diese Risiken auch nicht komplett aus. Der Auftrieb bei den Gewinnschätzungen wird vor allem durch robuste Fundamentaldaten in ausgewählten Branchen getragen. Etwas schlechter läuft es hingegen schon jetzt in konsumnahen Branchen. Da die Techwerte aber solch ein gigantisches Gewicht im S&P 500 haben, belastet das den Index kaum.
Keine Rally läuft ewig
Also kein Grund zur Sorge? Die US-Börsen sind in den vergangenen Jahren sehr stark gestiegen, keine Frage. Dafür gab es auch gute Gründe. Aber keine Rally läuft ewig, Korrekturen und Crashs gehören an der Börse leider dazu.
Ich glaube aber nicht, dass es in naher Zukunft knallt. Es gibt keine Regel, wie lange eine Rally dauern darf oder wann sie enden muss. Zwischen 1995 und 2000 legte der S&P 500 Jahr für Jahr mehr als 20 Prozent zu. Damals versprach das Internet einen Produktivitätsschub. Heute tut das KI. Ein entscheidender Unterschied: Damals verbrannten viele Internetfirmen viel Geld, heute verdienen die großen Tech-Unternehmen prächtig.











