Pläne von Reiche
Ende der Einspeisevergütung: Eigentümer verlieren 500 Euro
16.04.2026 – 11:22 UhrLesedauer: 3 Min.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plant ein Auslaufen der Solarförderung für private Eigentümer. Neue Berechnungen zeigen, welche Folgen das hätte.
Ab dem 1. Januar 2027 soll die Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen in Deutschland enden. Das ist zumindest der Wille von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die das mit einer Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) plant. Das Gesetz ist mit dem Koalitionspartner noch nicht vereinbart, doch wenn Union und SPD nicht zu einer Einigung finden, läuft das aktuelle Gesetz Ende 2026 einfach aus. Alle Beihilfen für erneuerbare Energien würden dann ersatzlos enden.
Das Ende der Solarförderung bergündet Reiche damit, dass sie zu einem ungesteuerten Zubau geführt habe, der nicht mehr wirtschaftlich sei. Wer in Zukunft eine Solaranlage auf dem Dach haben möchte, solle dies nur tun, wenn er seinen Solarstrom fast vollständig selbst verbrauchen kann. Für die Einspeisung von überschüssigem Strom kann der Eigentümer einen Vertrag mit einem Direktvermarkter abschließen, der den Solarstrom dann zu Marktpreisen verkauft.
Das würde die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen fundamental verändern. Der Ertrag würde nach neuen Berechnungen des Energieunternehmens 1Komma5° um mehrere Hundert Euro pro Jahr sinken.
Wie viel weniger Ertrag genau die Anlage bringen würde, hängt von verschiedenen Faktoren ab: von der Größe der Anlage, ob ein Batteriespeicher installiert ist, wie hoch der Strompreis aus dem Netz ist und welche Gebühren der Direktvermarkter verlangt. Trotzdem hat 1Komma5° versucht, die Unterschiede beispielhaft darzustellen.
In einem ersten Beispiel wird von einer 10-Kilowatt-Peak-Solaranlage ohne Batteriespeicher ausgegangen. Der Haushalt verbraucht daraus jährlich 1.800 Kilowattstunden Solarstrom, die übrigen 8.800 kWh werden eingespeist. Dafür erhält er eine Einspeisevergütung von 7,78 Cent/kWh. Pro Jahr kann der Haushalt mit einem Gesamterlös von rund 750 Euro rechnen.
Im Vergleichsbeispiel fällt die EEG-Förderung weg, dafür verkauft der Eigentümer seinen Strom über einen Direktvermarkter. Dieser verlangt 150 Euro im Jahr an Gebühren. Die werden von den 396 Euro abgezogen, die als Erlös an der Strombörse erzielt werden können. Alle anderen Parameter bleiben gleich. Statt der 750 Euro im Jahr kann der Haushalt nur noch mit knapp 250 Euro jährlichem Erlös rechnen.
Als Alternative schlagen viele Experten eine Marktprämie vor. Dabei wird der Strom über den Direktvermarkter verkauft, und wenn der Preis, den dieser für den Strom an der Börse bekommt, niedriger ist als der übliche Durchschnitt, gleicht der Staat diese Differenz aus. In dem Beispiel von 1Komma5° würde das bedeuten, dass der Eigentümer noch einmal fast 290 Euro zusätzlich bekommen könnte. Die Anlage mit Einspeisevergütung bringt dann zwar immer noch mehr Erlös, aber die Differenz ist weniger deutlich.










