Industrie atmet auf
Reiche erzielt Erfolg: „Der Knoten ist durchbrochen“
16.04.2026 – 17:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in Brüssel die Freigabe für einen Industriestrompreis bekommen. Damit können Unternehmen auf Milliardenentlastungen vertrauen.
Nach monatelangen Verhandlungen hat sie es endlich geschafft: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) konnte sich mit der EU-Kommission und dem Koalitionspartner auf eine milliardenschwere Entlastung bei den Strompreisen für Unternehmen einigen. „Der Knoten ist durchbrochen“, sagte Reiche bei einer Pressekonferenz zum Thema. „Das ist ein großer Erfolg.“
Deutschland darf die Stromkosten energieintensiver Unternehmen rückwirkend ab dem 1. Januar 2026 bis Ende 2028 subventionieren, wie die Kommission am Donnerstag mitteilte. Für die Hilfen sind den Angaben zufolge insgesamt 3,8 Milliarden Euro vorgesehen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) begrüßte den Schritt als „sehr gute Nachricht für die deutsche Industrie“.
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Mit dem Industriestrompreis will die Bundesregierung den Strompreis deckeln, den Unternehmen letztlich zahlen, und finanziert die Differenz zum Preis am Strommarkt. Die Bezugsgröße wird der Großhandelsstrompreis sein, sagte Reiche. Der reduzierte Strompreis für die Firmen muss laut EU-Kommission bei mindestens fünf Cent pro Kilowattstunde liegen. Deutschland gehört zu den Ländern mit höchsten Industriestrompreisen in Europa. Nach Angaben des Branchenverbands BDEW zahlte die Industrie im April 2026 etwa 16,7 Cent/kWh.
Voraussetzung ist zudem, dass die Unternehmen mindestens die Hälfte der Einsparungen in eine klimafreundlichere Produktion investieren. Bei letztgenanntem Punkt wird es nach Angaben der Wirtschaftsministerin keine engen Vorgaben geben. „Die Möglichkeiten sind breit, deshalb wollen wir keine Detailvorgaben machen.“ Zu den berechtigten Maßnahmen zählte Reiche etwa die Verbesserung der Effizienz oder den Bau von erneuerbaren Anlagen.
Die Gelder stehen Unternehmen in Sektoren offen, „bei denen ein erhebliches Risiko besteht, dass sie ihre Tätigkeiten in Länder außerhalb der EU verlagern“, teilte die Kommission weiter mit. In Deutschland sind das vor allem die Stahl-, Zement- und Chemieindustrie. Explizit nannte Katherina Reiche noch Chemieparks wie in Leuna oder Leverkusen, deren indirekter Stromverbrauch erstmals beihilfeberechtigt sein soll. „Damit lösen wir eine jahrzehntelange Ungleichbehandlung auf“, so die Ministerin. Man denke aber auch an strategisch wichtige Produktionsstätten, wie die von Silizium- oder Heliumherstellern. Reiche ermutigte Unternehmen, die nicht sicher sind, ob sie beihilfeberechtigt sein könnten, sich zu melden.










