Bereits damals wuchs die Skepsis in Deutschland gegenüber dem ehemaligen Regierungschef. Diese gipfelte letztlich, als Russland in die Ukraine einmarschierte, und Schröder nahezu jeglichen Rückhalt verlor.
So büßte er zahlreiche Jobs und Privilegien ein, weil er sich selbst angesichts des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs nicht von Putin distanzierte. Er verlor sein Büro und seine Mitarbeiter im Bundestag, der DFB entzog ihm die Ehrenmitgliedschaft und seine Heimatstadt Hannover bat ihn, die Ehrenbürgerwürde niederzulegen. Zudem musste er mehrere Berater- und Aufsichtsratstätigkeiten sowie seinen Podcast einstellen.
Auch nach Beginn des Angriffskriegs hielt Schröder an seinem Aufsichtsratsvorsitz des russischen Energiekonzerns Rosneft fest, erst später gab er ihn ab. In einem Interview mit der „New York Times“ zeigte er dennoch keinerlei Schuldeinsicht: „Ich mache jetzt nicht einen auf Mea culpa, das ist nicht mein Ding.“ Zuletzt bezeichnete Schröder den Krieg zwar als völkerrechtswidrig, betonte aber auch, er sei „gegen die Dämonisierung Russlands als ewiger Feind“.
Es ist daher fraglich, ob Schröder tatsächlich geeignet ist, neutral zwischen den Parteien zu vermitteln. Probiert hat er es schon einmal. Im März 2022 reiste er kurz nach Ausbruch des Kriegs im Rahmen einer privaten Vermittlungsinitiative über Istanbul nach Moskau, um dort direkt mit Putin zu sprechen, während zeitgleich an verschiedenen Orten offizielle Verhandlungsrunden stattfanden. Ende Juli 2022 reiste Schröder zudem aufgrund der reduzierten russischen Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 als Vermittler zwischen Deutschland und Russland nach Moskau. Sein Einfluss bei den Verhandlungen blieb offenkundig begrenzt.
Deutliche Kritik an „Putins Buddy“
Zwar gab es in Schröders SPD auch Stimmen, die sich für eine Prüfung des Vorschlags aussprachen, viele sehen den ehemaligen Parteivorsitzenden aber kritisch. Der ehemalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, sagte im „Tagesspiegel“, ein Moderator möglicher Verhandlungen könne „nicht einfach Putins Buddy sein“.
Auch in anderen Parteien herrscht Skepsis angesichts der Personalie. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Selbst im Kreml sollte sich herumgesprochen haben, dass Gerhard Schröder in Sachen Russland keine Glaubwürdigkeit besitzt und wegen seiner engen Freundschaft zu Putin in Europa zu einer Persona non grata geworden ist.“ Die Bundesregierung zeigte sich ebenfalls skeptisch.












