Mit Blick auf den dieser Tage oft gezogenen Vergleich mit dem Coronavirus sagte Schaade: „Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar.“ Man kenne das Virus schon sehr lange und könne es deshalb sehr gut einschätzen. Das Coronavirus sei damals ein neues Virus mit spezifischen Eigenschaften gewesen. „Hier haben wir ein Virus, das wir seit 31 Jahren kennen.“
Schaade sprach von sicherlich einigen Tausend Fällen seit der Entdeckung 1995. „Und immer ist es gelungen, die Ausbruchssituation entsprechend unter Kontrolle zu bringen.“
EU-Gesundheitsbehörde: Virus nicht leicht weiter übertragbar
Diese Einschätzung zur Gefährdung teilt auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC: Selbst wenn es zu einer Übertragung des Andesvirus (südamerikanische Variante des Hantavirus) durch Passagiere käme, die vom Schiff evakuiert wurden, sei das Virus nicht leicht übertragbar, „sodass es unwahrscheinlich ist, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch in der Bevölkerung käme“. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in der EU durch eine Ausbreitung des Andesvirus infolge des Ausbruchs auf dem Kreuzfahrtschiff sei „sehr gering“.
Wie kann sich der Mensch mit dem Hantavirus anstecken?
Die in Europa und Asien vorkommenden Varianten des Hantavirus sind nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Eine Ausnahme bildet das Andesvirus: Diese südamerikanische Variante des Hantavirus hat sich wohl bereits bei mehreren Ausbrüchen vereinzelt zwischen Menschen ausgebreitet, die längeren engen Kontakt miteinander hatten. In der Regel stecken sich Menschen hierzulande über infizierte Tiere an, vor allem über den Kot von Nagetieren wie Mäusen und Ratten.
„Die Kombination aus Isolation, Kontaktverfolgung und medizinischer Überwachung dürfte das Geschehen vergleichsweise gut kontrollierbar machen“, sagte auch Mikrobiologe Roman Wölfel von der Universität der Bundeswehr in München.
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Evakuierung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen
Auf der „Hondius“ waren zuletzt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Laut dem Schiffsbetreiber Oceanwide waren sechs Deutsche an Bord.











