Wegen Nahost-Konflikt
„Absolute Katastrophe“: Polizei schützt immer mehr Objekte
09.03.2026 – 07:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Berliner Polizei bewacht infolge des Nahost-Konflikts 1.132 gefährdete Objekte – so viele wie nie zuvor. Doch der Preis dafür ist hoch: Hunderte Beamte fehlen anderswo.
Die Berliner Polizei hat die Zahl der bewachten Objekte infolge des islamistischen Terrorangriffs auf Israel und der anhaltenden Eskalation in Nahost deutlich erhöht. Aktuell schützt der Objektschutz 1.132 gefährdete Gebäude – darunter 174 jüdisch-israelische Einrichtungen, wie die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Ende 2024 hatte die Polizei nach eigenen Angaben 1.085 Objekte unter Schutz gestellt.
Die Beamten stehen vor Botschaften, Synagogen und anderen Einrichtungen oder fahren diese regelmäßig an. Für den Einsatz stehen derzeit 1.483 spezialisierte Objektschützer bereit. Sie werden von regulären Polizeibeamten unterstützt, deren genaue Zahl laut Polizei von der jeweiligen Lage abhängt.
Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) werden seit Monaten 350 bis 400 reguläre Beamte zusätzlich für den Objektschutz abgestellt. Der Berliner GdP-Landesvize Thorsten Schleheider erklärte, diese Beamten rissen in Abschnitten, Hundertschaften und Kommissariaten gravierende Lücken. Die Situation im Zentralen Objektschutz bezeichnete er als „absolute Katastrophe“.
Schleheider fordert eine strukturelle Lösung auf Bundesebene. Der Schutz von Botschaften und anderen gefährdeten Objekten könne nicht allein Berliner Aufgabe sein, sagte er. Diese Aufgabe habe internationale Bedeutung und solle dementsprechend durch den Bund übernommen werden. Die Berliner Polizei sei personell nicht für die Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen aufgestellt, so Schleheider.
Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel hatte bereits kurz nach dem Terrorangriff auf Israel auf die personelle Belastung hingewiesen. Durch den Konflikt im Nahen Osten sei eine Anforderung für den Personen- und Objektschutz entstanden, die oft bis an die Grenzen gehe, hatte sie erklärt. Den zusätzlichen Bedarf decke die Behörde vor allem durch Überstunden, so Slowik Meisel.












