Fast 20 Jahre ist die große US-Bankenkrise her. Die Risikoversicherungen für Oracle lassen jetzt Parallelen zu und schüren manche Ängste.
Der 15. September 2008 war weltwirtschaftlich ein Einschnitt. Mit der US-Bank Lehman Brothers fiel ein Institut um, welches kurz zuvor im Investmentbanking noch Reputation und Solidität genoss. Rund um den Globus zogen sich Schockwellen, die die Aktienindizes erst im März 2009 wieder zur Ruhe kommen ließen und die Basis für einen jahrzehntelangen Börsenaufschwung legten.
Nun sehen sich Investoren mit einer Höhe bei den Kreditausfallversicherungen für Oracle konfrontiert, die an Lehman-Zeiten erinnert. Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets hat beobachtet, dass die Kreditausfallversicherungen für Oracle kürzlich die Marke von 300 Basispunkten erreicht haben. Das bedeutet, dass die Absicherung gegen einen Zahlungsausfall – sogenannte Credit Default Swaps, kurz CDS – von Oracle sprunghaft teurer geworden ist.
Dieser Anstieg lässt sich in Relation setzen zu den historischen Höchstwerten der Absicherungskosten von US-Banken im September und Oktober 2008. „Die gestiegenen US-Zinsen und die Herausforderung der Rentabilität von KI-Investitionen haben jüngst viele KI-Firmen und Oracle im Speziellen unter Druck gesetzt“, sagt Lipkow.

Zur Person
Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
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Private Anleger in den USA wie in Deutschland hält dies nicht davon ab, interessante KI-Firmen im Trading wiederzuentdecken. So zählten SK Hynix, Samsung, Nokia, Marvell oder Nebius Mitte Oktober am Börsenplatz Gettex oder bei Smartbroker zu den meistgehandelten Aktien. „Im deutschen Aktienindex wird das Thema Künstliche Intelligenz vor allem über die Aktien Infineon und Siemens Energy übersetzt, die im Oktober massiv unter Druck kamen und weit von ihren Jahreshochs entfernt sind“, so Lars Reichel von gettex.
Am Börsenplatz München gehörten Infineon und Siemens Energy im Oktober erneut zu den meistgehandelten Aktien. Doch ist die KI-Euphorie wirklich zu Ende, und wie stark sind die Parallelen zur Finanzkrise? Dazu lohnt der Vergleich mit dem Jahr 2008.
KI-Firma Oracle zeigt ähnliche Entwicklung – mit Abstrichen
Ein Blick auf die Investmentbanken während der Lehman-Krise liefert eine interessante Vergleichsgröße. Im September und Oktober 2008 explodierten die CDS-Spreads einzelner Institute. Bei Morgan Stanley stiegen sie zeitweise auf mehr als 1.000 Basispunkte. Goldman Sachs bewegte sich ebenfalls auf deutlich erhöhten Niveaus. Auch JPMorgan und die Deutsche Bank gerieten unter Druck, wobei sich die Spreads der einzelnen Häuser erheblich unterschieden.











