Dorthin kehrte er auch nach seinem Fernseherfolg zurück. In seiner Fassung von Dickens’ „Eine Weihnachtsgeschichte“ spielte er sämtliche Figuren selbst: den Geizhals Scrooge, die Geister und die Menschen um ihn herum. Ich habe ihn nie in einer Shakespeare-Aufführung erlebt. Das bedauere ich.
Er konnte auch anders
Die Gelassenheit seines Captains brachte Stewart zunächst keineswegs mit ans Set. In seinen Erinnerungen schilderte er, wie ihn das Herumalbern der Kollegen bei den frühen „Star Trek“-Dreharbeiten störte. Als eine Mitspielerin erklärte, Spaß müsse sein, hielt er dagegen: Dafür sei man nicht hier.
Die anderen lachten. Stewart zog sich wütend zurück. Jonathan Frakes und Brent Spiner, zwei seiner wichtigsten Mitspieler, erklärten ihm, weshalb seine Belehrungen nicht halfen. Später erzählte Stewart selbstkritisch davon.
Dabei konnte er selbst ausgesprochen albern und unverschämt sein. In der Zeichentrickserie „American Dad!“ sprach er einen selbstverliebten, vulgären CIA-Mann. Stewart genoss die Freiheit, mit dieser Figur jede vornehme Zurückhaltung abzulegen.
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Auch seine souveränen Figuren bekamen Risse. Mit ungefähr zwölf sah ich den Kinofilm „Der erste Kontakt“. Danach hatte mich „Star Trek“ endgültig. Ausgerechnet in diesem Film verliert Picard jene Beherrschung, die ich im Laufe der Jahre so an ihm schätzen lernte.
Seine Feinde hatten ihn einst gezwungen, ihrem Willen zu folgen. Nun will er Vergeltung. Eine Frau vergleicht ihn mit Kapitän Ahab, der in „Moby Dick“ seine Mannschaft aus Hass auf den weißen Wal ins Verderben führt. Stewart zeigte, wie aus Entschlossenheit Besessenheit werden kann. 1998 spielte er Ahab tatsächlich. Auch diese Rolle blieb mir im Gedächtnis.
Wenn der starke Mann Hilfe braucht
Als Professor Charles Xavier in den „X-Men“-Filmen erreichte Stewart ab 2000 ein weiteres großes Publikum. Wieder spielte er einen klugen Ratgeber. In „Logan“ von 2017 ist von dessen Souveränität wenig geblieben: Xavier ist krank, verwirrt und zornig. Der Mann, der anderen Halt gab, braucht selbst Fürsorge.
Stewart machte diese Hilflosigkeit für den Zuschauer schwer erträglich. Xavier brauchte Zuwendung, doch seine Verwirrung und sein Zorn erschwerten jede Nähe.
2023 schrieb ich nach der letzten Staffel von „Star Trek: Picard“ einen Abschiedstext. Die alte Mannschaft hatte noch einmal zusammengefunden. Ich verabschiedete mich von einer Figur, die mich lange begleitet hatte.












