Nach dem Plan der Regierung werden bis 2031 die ersten neuen Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von 12 GW ans Netz gehen. Klappt das planmäßig, dann würde die Anzahl der Stunden im Jahr, für die es keine gesicherte Energiequelle mehr gibt, auf 64 sinken. Für den Fall, dass diese Stunden in Zeiten mit hoher Last anfallen würden, fehlten aber immer noch 10,9 GW, die auch mit den neuen Gaskraftwerken nicht gedeckt werden können.
Im mittleren Szenario würden die Pläne von Wirtschaftsministerin Reiche also nicht ausreichen, es bräuchte noch mehr gesicherte Leistung. Das könnte durch noch mehr Gaskraftwerke kommen, oder aber auch durch mehr Batteriespeicher, mehr Pumpspeicher und andere Hebel zur besseren Verteilung des Stromverbrauchs. Um diese Lücke zu schließen, soll es später deshalb auch andere Ausschreibungen geben, die von allen Technologien erfüllt werden können.
Das SMC hat auch berechnet, wie die Lage aussehen würde, wenn neben den Gaskraftwerken auch andere Bereiche stärker ausgebaut würden. In diesem optimistischen Szenario werden noch mehr Wind- und Solarenergieanlagen zugebaut, außerdem werden deutlich mehr Batterien errichtet (30 GW Wind auf See, 150 GW Batterien, Erzeugung aus Wind und Solar erhöht sich um den Faktor 1,2). Zudem werden Flexibilitäten mehr genutzt, das heißt: Private Solaranlagen und Heimspeicher werden netzdienlicher eingesetzt und speisen Strom vermehrt zu Zeiten ein, in denen er auch gebraucht wird. Zusätzlich werden Elektroautos als Speicher eingesetzt. Zusammen ergeben diese Flexibilitäten 50 GW an Leistung.
In diesem Szenario würde es Jahre mit guten Wind- und Sonnenbedingungen geben, in denen gar keine Lücke besteht, die Kraftwerke also nicht zum Einsatz kämen, so das SMC. Aber in schlechteren Ertragsjahren fehlen immer noch sieben GW. Das liegt zwar unter dem nun geplanten Wert von 12 GW; aus Sicht der Forscher ist diese größere Menge aber mehr als gerechtfertigt, da man immer mehr Leistung installieren sollte, als unmittelbar benötigt wird.
Im Ergebnis betonen die SMC-Forscher, dass der Bau der jetzt geplanten Kraftwerke „sinnvoll“ sei. Diese neuen Gaskraftwerke werden aber nicht ausreichen, auch das wird aus der Studie deutlich. Zusätzlich wird es weitere Leistung brauchen – entweder durch mehr Batterien, neue Nutzungsmöglichkeiten für Biomasse oder auch durch Flexibilitäten im Stromsystem. „Wird keine Lösung gefunden, könnte es aber auch nötig sein, den Kohleausstieg um wenige Jahre zu verschieben“, heißt es abschließend.











