Nato-Gipfel
Merz hofft auf Milliardendeal mit Kanada
06.07.2026Lesedauer: 3 Min.

Wird der Nato-Gipfel diese Woche ein Erfolg? Für Deutschland hängt das nicht nur an der Laune Donald Trumps, sondern auch an einem Rüstungsgeschäft.
Die Bundesregierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erhofft sich vom Nato-Gipfel in Ankara diese Woche eine engere verteidigungspolitische Zusammenarbeit der Partner – und ein Milliardengeschäft. Kanada will zwölf U-Boote im Wert von 30 Milliarden Euro kaufen. Mit im Rennen ist die Marinetochter von Thyssenkrupp, die Thyssenkrupp Marine Systems, kurz TKMS.
„Das ist ein großes strategisches Vorhaben. Wenn es gelingt, dann wird es Kanada an uns für Jahrzehnte binden“, sagte ein Regierungsvertreter am Montag in Berlin. „Das wäre ein sehr guter Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit.“
Das Rüstungsgeschäft habe auch eine „echte transatlantische Dimension“. Die U-Boote der Klasse 212 CD sind Teil einer Beschaffungskooperation von Deutschland und Norwegen. Der Bundeskanzler habe dafür in den vergangenen Monaten „viel investiert an politischer Arbeit“. Man werde in den nächsten Tagen sehen, „ob diese Arbeit auch fruchtet“. Konkurrent ist die südkoreanische Werft Hanwha Ocean. Der kanadische Premierminister Mark Carney will laut „Globe and Mail“ am Dienstag seine Entscheidung bekannt geben.
Mehr Geld für die Ukraine
Nach den schweren russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf Kiew erhofft sich die Bundesregierung vom Gipfel auch ein Signal der Unterstützung für die Ukraine. Ein Regierungsvertreter sagte, man erlebe „gerade in diesen Tagen vor dem Nato-Gipfel eine gezielte Eskalation der russischen Kriegsführung in der Ukraine“. Umso wichtiger sei, dass beim Gipfel am Dienstag und Mittwoch im türkischen Ankara ein „Zeichen der Stärke und politischen Geschlossenheit“ gelinge.
In der Nacht auf Montag hat Wladimir Putins Russland nach Angaben der Ukraine neben 351 Drohnen auch 68 Raketen und Marschflugkörper auf Kiew abgefeuert. In Kiew wurden dabei 11 Menschen getötet und etwa 60 verletzt, im Umland gab es drei Tote und 16 Verletzte.

Aus Sicht der Bundesregierung wird die Ukraine eines der bestimmenden Themen beim Nato-Gipfel am Dienstag und Mittwoch werden. Aus Regierungskreisen hieß es, man gehe davon aus, dass sich die Alliierten auf eine weitere Milliardenzusage für Kiew einigen könnten. Im sogenannten „Ukraine pledge“ (Ukraine-Versprechen) würden sich die Alliierten verpflichten, der Ukraine 2026 und 2027 jeweils 70 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Das kürzlich freigegebene 90-Milliarden-Euro-Paket der EU würde dafür um weitere nationale Finanzzusagen ergänzt.
In der Nato-Erklärung sollen die nationalen Beiträge nicht nach Mitgliedstaaten aufgeschlüsselt werden, es gebe auch keine Quote, heißt es aus Regierungskreisen. Die einzelnen Beiträge müssen demnach noch ausgehandelt werden. „Aber es ist eine Argumentationsgrundlage für die Verhandlungen mit denjenigen, von denen man sich noch stärkere Beiträge wünscht.“












